Corni.de - Gedanken zum Alltag

Wir betrachten die Dinge nicht nur von verschiedenen Seiten, sondern auch mit verschiedenen Augen; wir hüten uns, sie gleich zu finden.

Im Namen des Herrn - Ausbeutung durch die Kirchen

Juli 28th, 2010 Posted in Politik, Soziales Tags: , ,
Empore

Foto: Wolfgang Staudt

Die sittenwidrige Ausbeutung des Staates durch die Kirchen

Endlich sind einige Politiker aufgewacht und denken beim Sparen auch an die überreichen Kirchen. Der Staat schenkt ihnen jährlich Subventionen in Höhe von rund 14 Milliarden Euro. Und dies, obwohl 40 % aller Deutschen mit den beiden Amtskirchen nichts zu tun haben. Rund 2 Milliarden Euro machen allein die Steuer- und Gebührenbefreiungen aus, die sich die Kirchen ausbedungen haben. Rund 500 Millionen Euro bringen die Bundesländer für die Besoldung von Bischöfen, Vikaren, Pfarrern und anderen Geistlichen sowie die Finanzierung rein innerkirchlicher Einrichtungen auf.

Dass der Steuerzahler dem Kirchenpersonal ein sorgenfreies Leben finanziert und der Staat auf Milliarden von Steuern zugunsten kirchlicher Einrichtungen verzichtet, wird bis heute gebetsmühlenartig mit einem Ereignis begründet, das bereits über 200 Jahre zurückliegt, der Säkularisation. Napoleon hatte dem Heiligen Römischen Reich deutscher Nation eine Neugestaltung verordnet. Die Reichsfürsten verloren ihre linksrheinischen Territorien und wurden durch Kirchengüter rechts des Rheins entschädigt. Im Gegenzug wurden sie verpflichtet, für die „feste und bleibende Ausstattung der Domkirchen … und der Pensionen für die aufgehobene Geistlichkeit zu sorgen“.

Daraus wurde dann eine endlose Geschichte. Aus Vereinbarungen zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden Konkordate und Kirchenverträge zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Sie wurden aufgestockt und erweitert und Vergünstigungen auf Vergünstigungen getürmt, sogar in den neuen Bundesländern, in denen die Kirchen fast verschwunden sind. Bereits die Verfassungsväter von Weimar wollten 1919 einen Schlussstrich ziehen. Und die Väter und Mütter des Grundgesetzes wollten es 1949 ebenfalls. Doch die entsprechenden Gesetze blieben bislang aus. Die Politiker wagten es nicht, an die Kirchenpfründe zu rühren. Sie legten fest, dass die Staatsleistungen an die Kirchen per Gesetz abgelöst werden müssen. Doch ein solches Gesetz blieb bislang aus.

Die Ablösung der alten Staatsleistungen sei zu teuer, hieß es. Und die Konkordate und Kirchenverträge seien unkündbar. „Lauter Ausreden“, sagte dazu heute Rechtsanwalt Dr. Christian Sailer, der im März dieses Jahres eine Verfassungsbeschwerde gegen die Untätigkeit des Gesetzgebers eingereicht hat (www.kanzlei-sailer.de). „Die Säkularisationsverluste wurden durch die Staatsleistungen der letzten 200 Jahre doppelt und dreifach ausgeglichen. Dass der Staat hierfür immer noch bezahlt, ist ein massiver Verfassungsverstoß. Bereits seit 1919 durften Altleistungen nicht durch neue Verträge verlängert oder ersetzt werden.“

Wir fragen die Politiker: Wollt Ihr dem Klerus eine „ewige Rente“ bezahlen? Ist Euch die Kirchenbürokratie, der die Gläubigen scharenweise davonlaufen, immer noch wichtiger als soziale Gerechtigkeit gegenüber Hartz IV-Empfängern und kinderreichen Familien? Warum verlangt Ihr nicht von den Kirchen, dass sie sich selbst finanzieren, statt auf sittenwidrige Weise den Staat auszubeuten? Denn es ist sittenwidrig, auf Verträgen mit ewiger Laufzeit zu bestehen. Da die Geschäftsgrundlage für staatliche Entschädigungsleistungen längst entfallen ist, kann der Staat die alten Vereinbarungen jederzeit kündigen, ja, er muss es sogar tun - im Interesse der Gerechtigkeit und des Gemeinwohls.

Weitere Informationen: www.christus-oder-kirche.de , Telefon 09391-50 42 13

Quelle: http://www.presse-kostenlos.de

Das könnte Sie auch interessieren:

Minilöhne für Millionen

Juli 27th, 2010 Posted in Arbeit, Soziales Tags: , , ,
500 Euro

Foto: matze_ott

Von Eva Roth | In Deutschland erhalten viele Menschen extrem niedrige Einkommen, die in anderen europäischen Ländern nicht erlaubt wären. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Uni Duisburg-Essen, die dieser Zeitung vorliegt.

Demnach verdienen mehr als zwei Millionen Menschen weniger als sechs Euro pro Stunde - brutto. In Ostdeutschland sind solche Niedrigstlöhne besonders weit verbreitet: Fast 13 Prozent der Beschäftigten erhielten im Jahr 2008 weniger als sechs Euro. Im Westen waren es 5,4 Prozent.

“Das Lohnspektrum in Deutschland franst zunehmend nach unten aus”, betonen die IAQ-Forscher Claudia Weinkopf und Thorsten Kalina. Sie nennen in ihrer Studie folgendes Beispiel: Rund 830000 Menschen erhielten 2008 weniger als ein Drittel des mittleren Einkommens. In Westdeutschland entsprach dies einem Stundenlohn von weniger als 4,75 Euro pro Stunde, im Osten von weniger als 3,42 Euro. Die Zahl der Beschäftigten mit solchen Mini-Einkommen hat sich innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt.

Derart niedrige Einkünfte sind in anderen europäischen Ländern nicht erlaubt, sagte Weinkopf der Frankfurter Rundschau. Dort würden gesetzliche Mindestlöhne oder eine hohe Tarifbindung die Beschäftigten schützen. Für die Volkswirtin sind die neuen Daten ein weiterer Beleg, dass auch in Deutschland eine Lohnuntergrenze dringend nötig sei.

Die Forscher haben sich nicht nur angeschaut, wie weit die Einkünfte hierzulande nach unten gehen, sie haben vielmehr den gesamten Niedriglohnsektor in den Blick genommen. Demnach sind insgesamt 6,55 Millionen Menschen in Deutschland Geringverdiener. Im Westen bedeutet dies: Sie erhalten weniger als 9,50 Euro pro Stunde. Im Osten liegt die Schwelle bei 6,87 Euro. Knapp 21 Prozent aller Beschäftigten sind demnach Geringverdiener - ihr Anteil stagniert seit einigen Jahren auf diesem hohen Niveau.

Wer glaubt, dabei handle es sich meist um Unqualifizierte, irrt. Fast 80 Prozent der Niedriglöhner haben eine abgeschlossene Berufsausbildung oder einen Hochschulabschluss.

Quelle: Frankfurter Rundschau

Das könnte Sie auch interessieren:

Schweinfurt: Landkreis will Personalkosten durch Leiharbeit drücken

Juli 26th, 2010 Posted in Arbeit Tags: , ,

Die Pläne des Landkreises Schweinfurt, Leiharbeitsfirmen zu gründen, um die Personalkosten in einer Klinik und in einem Altenheim zu senken, haben scharfe Kritik ausgelöst. „Leiharbeit als Lohndrückerinstrument zu missbrauchen ist absolut inakzeptabel“, sagte der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes ( DGB) in der Region Main-Rhön, Frank Firsching. „Wenn der Landkreis Schweinfurt dies als öffentlicher Arbeitgeber tut, handelt es sich um einen handfesten Skandal. Bisher war man derartiges beispielsweise von Schlecker gewohnt.“

Quelle: www.mindestlohn.de

Das könnte Sie auch interessieren:

Mehr als 160.000 falsche Hartz-IV-Bescheide

Juli 26th, 2010 Posted in ALG II Tags: , , ,
tristes Nürnberg

Blick über die BA Foto: picture4it

Von Bernd Malmberg | Im Jahre 2009 wurde gegen 830 000 Hartz-IV Bescheide Widerspruch eingelegt.

Im vergangenen Jahr haben die Behörden nach Medienangaben in 162.300 Fällen falsche Hartz-IV-Bescheide erlassen. Das räumte die Bundesagentur für Arbeit (BA) in ihrem jüngsten Statistikbericht ein, wie die Zeitung „Bild“ berichtet. Die falschen Bescheide seien auf Fehler in den Grundsicherungsämtern zurückzuführen.

Nach Angaben der BA wurden im Vorjahr insgesamt knapp 25 Millionen Bescheide erteilt. Aus der Jahresstatistik der Behörde geht hervor, dass 2009 in 830.200 Fällen Widerspruch eingelegt wurde. Etwa jeder dritte Widerspruch sei erfolgreich gewesen. dpa/pz

Moment mal: Wenn etwa jeder dritte Widerspruch erfolgreich war, habe ich hier ein kleines Problem. Wieso waren es dann nur 162.300 falsche Bescheide? Ich glaube, ich muss gegen die offizielle Zahl 162.300 auch Widerspruch einlegen. Bitte liebe BA und alle ArGen, nachrechnen!

Aber es geht bei Hartz-IV nicht um korrektes Handeln. Es geht um die Verwaltung von Menschen, die von der Gesellschaft fallengelassen wurden. Es geht um Beamte, von denen nur sehr wenige gerne ihre Arbeit dort verrichten und für die es keine Auszeichnung ist, im Bekannten- und Freundeskreis zu vermelden, dass man jetzt Hartz-IV-Bezieher betreuen muss. Ja, es ist ein MUSS, kein darf.

Es geht auch um befristete Angestellte in den ARGE(n) und Jobcentren, die in ständiger Angst vor einem Auslaufen des Arbeitsvertrages ihre Arbeit machen. Die mit ansehen müssen, wie andere, die die gleiche Arbeit tun, als Beamte beruflich keine Entlassung zu befürchten haben.

Es geht um eine Zweiklassengesellschaft innerhalb und außerhalb der Betreuung von erwerbslosen Menschen.

Vor allem geht es erstmal um das Einsparen von Geldern. Es wird niemand von den Diensthabenden dafür belohnt, dass er durch Qualifikation einen erwerbslosen Menschen vom Leistungsbezieher zum Steuerzahler gemacht hat. Denn Qualifikation bedeutet Investition. Und Investition wird in den ARGE(n) und Jobcentren so gefürchtet, wie der Teufel das Weihwasser fürchtet. Es werden jene Menschen aus ihren Elend der Betreuung von erwerbslosen Menschen befreit, die zunächst, und sei es erst einmal auf dem Papier, Gelder einsparen.

Ob man noch zu den minder privilegierten Beamten und Angestellten gehört, die sich mit jenen abgeben müssen, mit denen man von Standeswegen nichts zu tun hat (und haben will), wenn der Klageweg beendet ist, ist bei der Fluktuation innerhalb der ARGE(n) und Jobcentren sehr fraglich.

Das könnte Sie auch interessieren:

Die Steuer-CD soll Versäumnisse im Kampf gegen Steuerkriminalität kompensieren

Juli 25th, 2010 Posted in Politik Tags: , , ,
BCEE Bank luxembourg

BCEE Bank Luxembourg Foto: Kevin van Dijk

“Bund und Länder haben es in der Vergangenheit versäumt, die rechtlichen Voraussetzungen für eine effektive Steuerkontrolle zu schaffen. Um dieses Versäumnis zu kompensieren, kaufen sie nun zum wiederholten Mal geklaute Daten von Steuerkriminellen und verletzen damit die eigenen Rechtsstandards.

In einem Rechtsstaat darf der Zweck niemals die Mittel heiligen”, erklärt Wolfgang Neskovic, Justiziar und Mitglied im Vorstand der Fraktion DIE LINKE, zur Debatte über den erneuten Ankauf einer CD mit Daten von Steuerkriminellen. Neskovic weiter:

“Staatliche Behörden dürfen keine lukrative Geldquelle für Datendiebe sein. Mit dem Ankauf solchen Diebesguts bekämpfen die Bundes- und Landesregierungen Steuerhinterziehung nur oberflächlich. Einen nachhaltigen Abschreckungseffekt erzielt man nicht durch die Zusammenarbeit mit Kriminellen, sondern durch konsequente Steuerkontrollen im Inland.

Gegen Steuerkriminalität hilft effektiv die Arbeit von Betriebsprüfern und Steuerfahndern. Jeder Betriebsprüfer treibt durchschnittlich eine Million Euro zusätzlicher Steuern pro Jahr ein. So kann die Verfolgung von Steuerhinterziehern drastisch verschärft werden. Zudem sollten Gerichte in Strafverfahren nicht mehr mit Steuerkriminellen dealen, sondern deren Vergehen hart ahnden.”

Quelle: DIE LINKE. im Bundestag

Das könnte Sie auch interessieren:

OK, jetzt gibt es doch was zu schreiben…

Juli 25th, 2010 Posted in Allgemeines Tags: , , ,

…zu dem Loveparade-Unglück: Die Bundespolizei hat erstmal angefangen, alle Daten zu löschen.

Wie SPIEGEL ONLINE erfuhr, wurden bei einer Dienststelle der Bundespolizei inzwischen sämtliche Unterlagen zur Love Parade - Einsatzbefehle, Lagemeldungen, Karten - von den Computern der Beamten sowie aus deren E-Mail-Accounts gelöscht. “Da kam sehr schnell der ganz große Staubsauger”, sagte ein Beamter, der sogar eine konzertierte “Vertuschungsaktion” im Gang wähnt.

Update: Die Bundespolizei dementiert! Es bleibt also spannend.

Das könnte Sie auch interessieren:

DVD-Tipp “Unsere Welt”

Juli 24th, 2010 Posted in Umwelt, Video Tags: , , , ,

Innovativ und fesselnd ist Nicolas Hulot beeindruckender wie auch erschreckender Blick auf unseren Planeten. Der grüne Aktivist ist Frankreichs Antwort auf Al Gore und startet mit seiner bildgewaltigen Dokumentation “Unsere Welt” einen eindringlichen Weckruf an das menschliche Bewusstsein.

Begleitet von atemberaubenden Momentaufnahmen und unkonventionellem Score führt uns der Regisseur an die existenziellen Fragen unserer Zeit heran: Wie groß kann die Kluft zwischen Überfluss-Gesellschaft und extremer Verarmung noch werden? Kann die Erde den fatalen Auswirkungen der menschlichen Ausbeutung und Zerstörung standhalten? Eine cineastische Reise rund um den Globus beginnt, die ihre Spuren hinterlassen wird.

Gesprochen von Ulrich Wichert.

Das könnte Sie auch interessieren:

Mundraub ist nicht strafbar!

Juli 24th, 2010 Posted in Soziales, Umwelt Tags: , , , ,
Guten Appetit

Guten Appetit, Foto: Ronile35

Wir möchten, dass kein herrenloses Obst mehr am Baum verrottet und machen deshalb Mundraub salonfähig.

Wir wissen, dass jedes Jahr herrliche Früchte an zigtausenden von herrenlosen oder vergessenen Obstbäumen an Landstraßen, in verlassenen Gärten oder auf Grundstücken von Menschen mit wenig Zeit verderben. Oft handelt es sich dabei um sehr kostbare alte Sorten. Und das in unserer nächsten Umgebung.

Wir haben uns deshalb überlegt, wie ihr dem Rest der Welt über diese kostbaren Ressourcen berichten könnt. Die Initiative mundraub.org bietet euch eine Plattform, wilde oder herrenlose Obstbäume zum Abernten in der MundraubMap zu taggen, um sie anderen Menschen ins Bewusstsein zu bringen. Gratis, als euer Geschenk und als Geschenk der Natur. Wenn Ihr was zurück schenken wollt so werdet Ihr in der nächsten Version Informationen zu Aktionen finden, an denen Ihr Euch beteiligen könnt – oder die Ihr vielleicht selbst organisiert!
Ich mach da gerne mit.

Werd auch Du ein Mundräuber - http://www.mundraub.org

Das könnte Sie auch interessieren:

Hamburger Rücktritt

Juli 24th, 2010 Posted in Politik Tags: , , ,
Hanseatic sunrise

Foto: Wolfgang Staudt

Auch Hamburgs Wirtschaftssenator Axel Gedaschko (CDU) plant nach Informationen der „Bild“-Zeitung seinen Rücktritt. Der 51-Jährige wolle ebenso wie und zum 25. August sein Amt aufgeben, berichtet das Blatt unter Berufung auf gut unterrichtete Rathauskreise.

Gedaschko habe bereits vor Monaten ein Angebot aus der Wohnungswirtschaft bekommen und angenommen. Seinen Ausstieg aus der Politik habe er spätestens für Anfang 2011 geplant gehabt, aufgrund des Rücktritts des Bürgermeisters und der anstehenden Umbildung des schwarz-grünen Senats wolle er seinen Abgang nun aber vorziehen, berichtet „Bild-Hamburg“. Gedaschko ist seit 2008 Wirtschaftssenator. Er galt lange als möglicher Nachfolger von Bürgermeister von Beust.

Das könnte Sie auch interessieren:

Effects Plugin created by Jake Ruston's Wordpress Plugins - Sponsored by Garmin Forerunner 201.