Mrz 21 2009

Und der “Deutsche Michel” schläft noch immer

Die Franzosen machen es mal wieder vor.

Während in Deutschland in der Schwarz-Roten Koalition im Angesicht des Wahlkampfs nichts mehr zu gehen scheint, gehen die Franzosen auf die Straßen, weil in Anbetracht der Wirtschaftskrise nicht genug für einkommensschwache Haushalte getan würde.

Nun gibt es in Frankreich einen Mindestlohn, der zur Zeit bei 8,71 Euro liegt. Doch anscheinend denken die französichen Arbeiter und Angestellten weiter, als in Deutschland. Dort wird anscheinend gesehen, dass eine zu niedrige soziale Absicherung auch die Lohnstrukturen und Arbeitsbedingungen immer mehr aufweichen lässt.

“Der Protest ist legitim und nützlich, sagte die sozialistische Expräsidentschaftskandidatin Ségolène Royal am Morgen dem Radiosender RTL. “Vielleicht wird die Regierung danach endlich auf die Sorgen der Menschen antworten.”

Expremierminister Alain Juppé aus Sarkozys konservativer Partei UMP erklärte, der Streik sei Ausdruck “einer wirklichen Angst in der Bevölkerung, die wahrgenommen und berücksichtigt werden muss”. Laut Umfragen sind knapp 80 Prozent der Franzosen auf der Seite der Demonstranten.

Im Gegensatz zum letzten frankreichweiten Protest im Januar, der das ganze Land stillstehen ließ, legen die Gewerkschaften den Schwerpunkt der Proteste diesmal allerdings auf Demonstrationen und nicht auf Streiks, weil viele Kurzarbeiter sich weitere Lohnausfälle nicht leisten können.

Die Forderungen der Gewerkschaften reichen von einer Anhebung des Mindestlohns bis zur Rücknahme geplanter Stellenstreichungen im öffentlichen Dienst. Premierminister Francois Fillon, der wegen des Protesttages auf eine Teilnahme am EU-Gipfel in Brüssel verzichtet, hat bereits klargemacht, dass die Regierung den Forderungen nach weiteren Maßnahmen zur Förderung der Konjunktur und der Kaufkraft nicht nachgeben will.

Hier in Deutschland rufen die unterschiedlichsten Verbände und Initiativen für den 28. März zu Demonstrationen in Berlin und Frankfurt auf. Unter dem Motto “Wir zahlen nicht für eure Krise” soll für den Beginn einer weltweiten Mobilisierung für eine neue Weltwirtschaftsordnung geworben werden, die - die Krise zeigt es - nötig geworden ist.
Doch die meisten Deutschen sind blind und tranig! Solange sie sich einigermaßen in Sicherheit wähnen, fröhnen sie dem Konsum, anstatt sich über die Zukunft gedanken zu machen. Solange sie ein einigermaßen gesichertes Einkommen haben, wollen sie weder von Krise, steigenden Arbeitslosenzahlen, noch von Hartz IV irgendwas hören.

Diese Mentalität der berühmten drei Affen hält solange bei vielen an, bis sie die Krise selber zu spüren bekommen. Nur dann ist es oft schon zu spät!

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