Kommunen vergraben Milliarden
Dass Axel Weber, Chef der Deutschen Bundesbank, mit Forderungen von 10,4 Milliarden Euro ganz vorn in der Reihe der Lehman-Gläubiger steht, durfte unser kleines Goldanleger-Board bereits verschiedentlich vermelden, immer ein wenig erstaunt darüber, dass sich außer uns niemand dafür interessiert.
Nun jedoch vermerkt das Handelsblatt den Milliardenverlust der deutschen Staatsbank immerhin in einem Satz, gewürzt mit der Mitteilung über die übrigen Großgläubiger der US-Pleitebank.
Mansfelder Rentner? Uckermärker Bauersfrauen? Lehrer aus Bochum, Ingenieure aus Wattenscheid? Keineswegs.
Der größte Posten der Forderungen aus Deutschland falle nicht auf Kleinanleger, die sich mit Lehman-Zertifikaten verzockt haben. Sondern auf “institutionelle Investoren” – mit anderen Worten: Kommunen oder kommunale Versorger. Während die übrigen deutschen Banken über ihren Verband nur drei Millionen Euro Schaden angemeldet hätten, versuchen Kommunen und kommunale Unternehmen, rund 25,7 Milliarden US-Dollar aus der Insolvenzmasse zurückzubekommen.
Die unter direkter Kontrolle gewählter Politiker stehenden öffentlichen Verwaltungen und Unternehmen legten damit offenbar fleißiger in “undurchschaubare Finanzkonstruktionen” Peer Steinbrück an als alle Privatbanken und Privatanleger zusammen. Die Deutsche Bank meldete mittlerweile, sie habe aus Geschäften mit Lehman keine Verluste hinnehmen müssen, selbst die Commerzbank verlor mit 4,9 Milliarden nur halb so viel wie die Bundesbank. Die wird künftig die Aufsicht über alle deutschen Banken führen, um eine Wiederholung der Finanzkrise zu verhindern.
Willkommen im Garten, Herr Bock!
