Ich bin mir sicher, daß die Veröffentlichung noch einige Wellen im Nachhinein schlagen wird, sobald die fast 10000 Seiten ausgiebig analysiert wurden, aber das eigentlich bemerkenswerte finde ich hierbei jedoch, daß die Verträge über Wikileaks veröffentlicht wurden. Damit dürfte der Wandel in der Medienlandschaft eigentlich besiegelt sein, wo sich Journalisten mühsam Informationen von Informanten besorgen mussten. Es scheint so als wenn nun die Informationen zu den Medien gelangen wollen – dank Internet.
Systematisch wird hier eine immer größer werdende Bevölkerungsgruppe psychisch zerbrochen und dieser dann noch abverlangt, sich gegen eine Maschinerie zu wehren, die nicht nur datenschutzrechtlich lediglich dem Experiment folgt, inwieweit und wie lang sich jemand gegen oft sadistische Behandlung noch wehrt oder aber aus Angst vor dem Komplettverlust sämtlicher Mittel (wobei vielen ja illegale Methoden nicht einmal in den Sinn kommen würden, was die Absurdität vieler populistischer Aussagen noch verstärkt) sowie der Verinnerlichung der Idee, dass er selbst an allem schuld ist, jegliche Miss/Behandlung in Kauf nimmt.
Der ALG II-Empfänger ist somit in vielerlei Hinsicht ein Versuchsobjekt dafür, wie weit die Stigmatisierung und Entrechtung einer Bevölkerungsgruppe fortschreiten kann, während die Nichtbetroffenen zusehen.