Mir kommt es vor, als hätte man alle Nachrichten und Zeitungsmeldungen vor ihrer Verbreitung vorsorglich dick in Watte gepackt. Mir kommt es vor, als säßen die Will und der Plasberg mit ihren Gästen hinter dicken Schallschutzfenstern, wo die Talker lautlos die Lippen bewegen und die zahlende Schar der Studiogäste aufs verabredete Zeichen hin die Hände geräuschlos zum Applaus bewegt. Ich höre nichts Neues mehr. Nur ewig Gleiches, eintönig aufgeregtes Gerede, wie das ewig gleiche, eintönig-aufgeregte Plätschern und Gurgeln des Wassers über einem Kiesel im Bach.
In Spiegel-Online habe ich gerade folgenden lesenswerten Artikel von Lisa Erdmann gefunden
Zitat: Die Politik entdeckt die Alleinerziehenden:
In jeder fünften Familie wachsen Kinder mit nur einem Elternteil auf. Viele Alleinerziehende, vor allem Mütter mit kleinen oder mehreren Kindern, sind arbeitslos. Das Familienministerium will ihnen nun einen Weg zurück in den Arbeitsmarkt ebnen. Es sind zwölf Standorte in elf Bundesländern, an denen Sozialarbeiter, Jobvermittler und Pädagogen seit Monaten die Köpfe zusammenstecken. Das Ziel: Die ausgewählten Organisationen sollen im Laufe eines Jahres Ideen entwickeln, wie es für Alleinerziehende einfacher wird, eine Arbeit aufzunehmen. Es geht um Kinderbetreuung, Qualifizierungsmaßnahmen und Coaching der Betroffenen.
Vorweg ein wenig Grundlagenwissen - Die Erdatmosphäre besteht zu ca. 78 Prozent aus Stickstoff, zu ca. 21 Prozent aus Sauerstoff und zu ca. einem Prozent aus Argon. Der CO2-Anteil beträgt knapp 0,04%. Das wirksamste so genannte Treibhausgas in der Atmosphäre ist der Wasserdampf. Weit dahinter folgen Treibhausgase wie Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Ozon (O3) und Stickoxide (N2O), welche nur noch in Spurenbestandteilen in der Atmosphäre vertreten sind.
Die Hauptbestandteile der Luft Stickstoff (N2) und Sauerstoff (O2) (99 Prozent Anteil) absorbieren keine Infrarot-Strahlung. Diese Gase sind für Infrarot-Strahlung weitgehend transparent. Nur die in Spuren vertretenen so genannten Treibhausgase sind in der Lage Infrarot-Strahlung zu absorbieren und zu emittieren. Diese Gase absorbieren und emittieren auch nicht über den ganzen Infrarot-Bereich, sondern nur bei diskreten Wellenlängen (Absorptions-/ Emission-Linien/Banden). Read more »
Seit Jahren stellen die Kommunen ihre Ampelanlagen auf die LED-Technik mit der Begründung um, es gebe einen erheblichen Spareffekt von 70 % beim Energieverbrauch. Die Lampen haben angeblich eine längere Lebensdauer, müssen weniger oft gewechselt werden, was den Wartungsaufwand verringere. Ausserdem seine sie besser zu erkennen. Klingt auf den ersten Blick gut, es geht ja schliesslich darum, den CO2-Ausstos zu reduzieren, das Killerargument heutzutage mit dem man jede Massnahme begründen kann.
Das lustige ist, in vielen kalten Gegenden der Welt gibt es jetzt unbeabsichtigte Konsequenzen. Da die LED-Lampen keine Wärme abgeben, schmilzt der Schnee der sich durch den Wind auf den Lampen ablegt nicht mehr. Die Signale sind nicht mehr zu erkennen und deshalb ist es vermehrt zu Unfällen an den Kreuzungen gekommen. Jetzt müssen sich die Kommunen überlegen wie sie dieses neue Problem lösen. Der Einbau von Heizungen damit der Schnee schmilzt? Oder müssen Trupps rausfahren, hochklettern und mit Besen die Ampel von Schnee befreien? Das verbraucht doch wieder Energie und damit CO2 (lach).
Zitat: BERLIN - Die Regierung muss weitere Milliardenverluste einkalkulieren. In Koalitionskreisen rechnet man damit, dass das Bundesverfassungsgericht den Kindern von Hartz-IV-Empfängern höhere Sätze als bisher zubilligt.
Tja hätte man damals richtig gerechnet würde es nun nicht so teuer werden. Selbst schuld. Ich hoffe das Urteil stellt auch klar raus, dass die Regelsätze im allgemeinen rechtswidrig sind.
Dieser Überprüfungsantrag sollte bis spätestens 31 Dezember 2009 gestellt sein (Eingang bei der Behörde!), da er dann bis zum Jahr 2005 zurückwirkt, wird er später gestellt, wirkt er nur bis 2006 zurück. Nach Urteilsverkündung durch das BVerfG ist ein Überprüfungsantrag nicht mehr möglich.
Es war gerade wieder Weihnachten, fromme Wünsche gabe es allüberall und das Jahr 2009 geht zu Ende.
Was hat sich in diesem Jahr für viele Menschen in Deutschland getan?
Genau betrachtet nichts. Sie sind dort, wo sie auch in den Jahren zuvor bereits waren.
Stimmt nicht? Richtig, stimmt nicht. Sie sind eher noch etwas tiefer gerutscht.
Deutschland wird als eines der reichsten Länder der Welt gesehen. Umso schlimmer, wenn man bei genauem Hinsehen in diesem reichen Land erkennen muss, dass die Armut seit Jahren immer weiter wächst.
Politiker versprechen Besserung und gaukeln diese doch nur vor, indem sie die Bevölkerung bewußt täuschen. Zum Beispiel durch Statistiktricks, wie die Anpassung der Armutsrisikogrenze. Im 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung von 2008 lag diese Grenze bei 781 €/Monat, während es 2005 noch 938 € waren - und das trotz gestiegener Preise für elementare Lebenshaltungskosten wie Lebensmittel, Gas, Wasser oder Strom. Wirkungsvoll sind auch die Tricksereien bei den Erwerbslosenstatistiken: Menschen in Maßnahmen, voll Sanktionierte und Kranke beispielsweise zählen dort nicht mit. Oder schlicht durch einfaches Schönreden der bitteren Realität in diesem Lande.
Weihnachten ist überstanden, spätestens jetzt ist es mal wieder ein wenig an der Zeit für etwas Widerstand und Aktivismus. Der YouTube-Channel des Users Mediascanner ist immer eine Fundgrube für spannende Beiträge über gesellschaftliche Entwicklungen und alternative Denk- und Lebensweisen. So ist dieser Beitrag hier beispielsweise sehr erhellend – der Begriff „Normopathen“ ist super!
Zum Jahresende bereinigt die Bundesagentur für Arbeit (BA) ihre Datenbanken und streicht rund 400 unseriöse Unternehmen aus dem Online-Stellenportal. Damit reagiert die Behörde auf Kritik von Datenschützern, die festgestellt haben, dass einige Unternehmen die Datenbank nutzen, um an Bewerberdaten für Vermittlungsgeschäfte zu gelangen. Diese Tatsache wurde Anfang November bekannt.
…gegen das heutige System. Zu dieser Erkenntnis kommt zumindest der Autor dieses sehr lesenswerten Artikels…
Vom Sozialstaat profitieren die Reichen am meisten. Der Mittelstand hingegen hat das Nachsehen und wird bald den Aufstand proben.
Der Untergang der kommunistischen Staaten in Osteuropa hat den sozialdemokratischen Sozialstaat westeuropäischer Prägung unter zunehmenden Druck gesetzt. Und in der Tat: Der westliche Sozialstaat war, historisch gesehen, in erster Linie eine Maßnahme gegen den Aufstand der Massen, gegen die kommunistische Gefahr, gegen die drohende totale Enteignung der vermögenden Klassen. Solange die Angst vor dem Kommunismus akut war, war auch die Bereitschaft des Bürgertums durchaus vorhanden, in erheblichem Maß Steuern zu zahlen, um die Massen zu pazifizieren und die kommunistische Gefahr zu bannen. Der Sozialstaat, wie jeder Staat überhaupt, dient nämlich weder der Gleichheit noch der Gerechtigkeit, sondern vielmehr der Sicherheit. Und jeder weiß, dass Sicherheit Geld kostet – manchmal auch viel Geld. Allerdings hat das Ende des Weltkommunismus bei vielen das Gefühl erzeugt, dass die Sicherheitslage sich verbessert hat und die Investitionen in die Pazifizierung der Massen dementsprechend gesenkt werden können…
Die schwarz-gelbe Regierung ist noch keine drei Monate im Amt, aber ihre Regierungszeit wird bereits jetzt von Tag zu Tag absurder, ein Status, für den sich rot-grün seiner Zeit mehr als eine Legislaturperiode Zeit gelassen hat.
Im Wahlkampf haben sich CDU/CSU auf einen Überbietungswettbewerb mit der FDP beim Thema Steuersenkungen eingelassen, den sie unmöglich gewinnen konnten - hat doch die Union wenigstens den Anspruch, Politik zu gestalten, worin die FDP die Macht eigentlich nur als Mittel zu sehen scheint, die eigenen Ideen auf Biegen und Brechen umzusetzen und ansonsten dem Weltuntergang vom Logenplatz aus zuzusehen - Spaßpartei reloaded, aber da war einem das Original von 2002 dann doch lieber, die waren nur albern, nicht zusätzlich auch noch gemeingefährlich.
Damit wir in den Feiertagen vor lauter Passivität nicht gleich einrosten, gibt es an dieser Stelle von uns ein paar Hinweise zum Stöbern. Es sind Hinweise auf Websites, die gerade in den Tagen der konsumkapitalistischen Hochkonjuktur auf verblüffende Weise anders und sinnstiftend sind.
Insofern lasst uns nicht vergessen, dass es vor und zu Weihnachten nicht um das viel Kaufen, sondern um das viel Beisammensein geht.
Stöber-Links:
Spiegelfechter.de - Klassenkampf | Beleuchtet die gesellschaftliche Entwicklung vom Reichskanzler Otto von Bismarck bis in die heutige Zeit. Sehr lesenswert für alle die noch Fragen an dem jetzigen System haben.
Nachdenkseiten.de - Hinweise des Tages | Heute unter anderem zu folgenden Themen: Ratingagenturen mächtiger als EZB; Kommunen versinken in Schulden; Firmensterben in der Autobranche; Lohndrücker raus; Ex-Atommanager entscheidet über Atomenergie; Auch Steinmeiers Krieg; Impfstoffverträge – eine Farce; Ethik-Steuer; Schlechte Noten für Schwarz-Gelb; Mitternachtsspitzen. (KR/WL)
The Meatrix | Der erste Teil der Meatrix war schon mal Fundstück Der Woche bei uns. Aber es lohnt sich wirklich, alle Teile anzuschauen. Sie sind lehrreich und witzig zugleich.
IT-Fitness.de | Wenn Sie die Langeweile packt. Hier gibt es eine neue Gratis-Online-Lernplattform - kostenfrei Lernvideos, Übungsaufgaben und Tests für Anfänger und Fortgeschrittene.
Allen Corni-Lesern wünsche ich trotz alledem ein frohes und vor allem ruhiges und besinnliches Weihnachtsfest - was es ja einst war, bevor jemand auf die Idee kam, daß Geschenke sein müssen. Doch die Ware Weihnacht ist nicht die wahre Weihnacht, wie es der Schweizer Pfarrer Kurt Marti formuliert hat. Dennoch wünsche ich Ihnen natürlich viele schöne und nicht zum Umtausch einladende Geschenke. Doch vergessen Sie bei aller Freude darüber nicht, daß es auch heute noch Menschen gibt, die ihre Weihnachtslieder selbst singen müssen. Vergessen wir auch nicht, daß Maria und Josef und ihr Kind Flüchtlinge waren, politisch Verfolgte und Asylsuchende.
Morgen, Kinder, wird’s nichts geben!
Nur wer hat, kriegt noch geschenkt.
Mutter schenkte euch das Leben.
Das genügt, wenn man’s bedenkt.
Einmal kommt auch eure Zeit.
Morgen ist’s noch nicht soweit.
“Die Forderung von Unionspolitikern, eine Weihnachtsbeihilfe für Hartz IV-Beziehende einzuführen, ist absolut scheinheilig.” kommentiert Klaus Ernst, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE.
Ernst weiter:
“Die CDU hat unseren Antrag auf Weihnachtsbeihilfe noch im vergangenen Jahr abgelehnt. Wer es ernst meint, der tönt nicht drei Tage vor Weihnachten in der Presse rum, sondern bringt sowas rechtzeitig in den Bundestag ein.Die CDU versucht sich in “good boy - bad boy”: während der Arbeitnehmerflügel der Union Verbesserungen für Hartz IV-Beziehende in Aussicht stellt, fordert der Vorsitzende des Sachverständigenrates eine 30-prozentige Kürzung von Hartz IV.
Statt leerer Versprechungen brauchen Hartz IV-Beziehende spürbare Verbesserungen. Wir werden im neuen Jahr einen Antrag einbringen, Hartz IV durch eine soziale bedarfsorientierte Mindestsicherung zu ersetzen und den Regelsatz auf 500 Euro zu erhöhen.”
Lacher des Tages: Der IWH-Präsident will eine “Ethiksteuer” für Nicht-Kirchenmitglieder haben. Weil, äh, wer in der Kirche ist, braucht keine Ethik. Oder wie? Er findet, die Ethiksteuer soll an das Rote Kreuz gehen. Warum schafft man Kirchensteuer nicht gleich komplett ab?
Der Steuersatz soll nach Blums Vorstellungen bei sieben Prozent der zu entrichtenden Lohn- und Einkommenssteuer liegen. Die Kirchensteuer beträgt derzeit - je nach Bundesland - acht oder neun Prozent.
Ich kann mich zwar nicht erinnern, das Deutsche Rote Kreuz oder irgendeine andere soziale Einrichtung jemals kostenlos in Anspruch genommen zu haben und das wird wohl für die allermeisten Bundesbürger gelten , aber aus der Idee an sich ließen sich auch noch viele andere ganz wunderbare Steuern und Abgaben basteln. Zum Beispiel eine Arbeitssteuer für Arbeitslose. Die haben zwar keinen Job, haben aber schon mal gearbeitet. Oder eine Autoabgabe für Fußgänger zu überweisen an die Adam Opel AG in Rüsselsheim . Schließlich ist doch jeder, der kein Auto besitzt, schon mal in einem gefahren. Und, und, und - das Potential der Blum’schen Vorstellungen ist nahezu unbegrenzt.
Schon fast ist eine der großen Schwachsinnsaktionen der Politik in diesem Jahr der großen Krise wieder vergessen – die Abwrackprämie. Als Subvention für die schwächelnde Autoindustrie und zum Ködern von Wählerstimmen initiiert, habe ich hier in meinem Blog ja einige Male sehr kritisch darüber berichtet, steht doch diese schönfärberisch als „Umweltprämie“ titulierte Initiative sinnbildlich für unsere auf Verschwendung und sinnlosen Konsum getrimmte Wegwerfgesellschaft. Auch quer widmete sich in seinem Jahresrückblick dieses umstrittenen Themas und zeigte im Beitrag „Schrottlawine: Die rostige Hinterlassenschaft der Abwrackprämie“ die vielen langfristig negativen Folgen auch für die Wirtschaft:
Autoverwerter Kroher versteht die Welt nicht mehr: Da hat ihm die Abwrackprämie so viele ausrangierte Karossen wie noch nie zuvor beschert – und doch liegt sein Geschäft am Boden. Denn mit den Ersatzteilen, die Kroher aus den Altautos ausbaut, ist kein Cent mehr zu verdienen, seit die Abwrackprämie den Gebrauchtmarkt plattgewalzt hat: Kein Mensch braucht mehr Türen oder Kotflügel von älteren VWs oder Opels, seit die alle in der Schrottpresse verschwunden sind. quer zeigt, wie eine Auto-Subvention eine ganze Branche in den Abgrund gerissen hat.
Die US-Administration will im kommenden Jahr mit 636,3 Milliarden Dollar 3,4 Prozent mehr für die Belange der Verteidigung ausgeben als 2009
Schwerpunkt des Kriegsetats ist den Angaben zufolge nicht wie bislang die “Finanzierung der Vorbereitung auf groß angelegte und folglich extrem teure Kriege gegen traditionelle Feinde”, sondern die Ausbildung der Armee für Einsätze in lokalen (Konflikten) und bei Anti-Terror-Operationen.
Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) soll sich bereits im Weihnachtsurlaub befinden. Zuvor legte er dem Volk aber noch eine Gabe unter den Weihnachtsbaum. Gabe jedoch ist das falsche Wort. Denn: es geht in Wirklichkeit ums Nehmen. Nehmen will uns Schäuble zwar erst ab 2011 so richtig. Was genau er uns da nehmen will, wissen wir nicht. Denn Schäubles “Gabe” - ein Steuersparpaket - bleibt vorerst noch verpackt. Aber ahnen tun wir es doch alle: Geld. Geld will er von uns. Irgendwoher muss ja die Kohle schließlich wieder kommen, die die lustige “Tigerentenkoalition” vorher (auf unser aller Kosten) an die eigene Klientel verschenkt hat, nicht wahr? Und mit den horrenden Schulden, die gemacht wurden und weiter gemacht werden, muss ja auch einmal Schluss sein! Wozu hat man denn die “Schuldenbremse” (wo gibt’s die Dinger eigentlich zu kaufen?) ins Grundgesetz eingebaut? Also hat Minister Schäuble zu- und angepackt, um das Problem zu lösen. Wie nun zu erfahren war, hat der oberste Finanzer - wie weiland die dänische Olsenbande - einen Plan.
Pressemeldung: Ingolstadt - Unter dem Titel „Zeit: Arbeit“ präsentieren Jenke Nordalm und Kai Schubert ihr neues Projekt für das Theater Ingolstadt. Die Uraufführung findet am Samstag, 16. Januar, um 20.00 Uhr, im Kleinen Haus statt. Regie führt Jenke Nordalm, die Ausstattung stammt von Birgit Stoessel. Es spielen Manuela Brugger, Rolf Germeroth, Oliver Losehand, Sascha Römisch und Olivia Cilgia Stutz.
„Angenommen, Arbeit wäre eine Ressource: Versiegt sie, oder ist noch genug da? Wer kann sie fördern, wer nutzen?“ fragt das Wirtschaftsmagazin brand 1 in dem editorial der Septemberausgabe 2009. Die Arbeitswelt hat sich gewandelt. Der Notwendigkeit von Flexibilität steht nach wie vor das menschliche Bedürfnis nach einer Sicherheit gegenüber, die scheinbar längst niemand mehr garantieren kann. In ihrem neuen Projekt „Zeit: Arbeit“ untersuchen Autor Kai Schubert und Regisseurin Jenke Nordalm den Rohstoff Arbeit, unseren ewigen Wettlauf gegen die Zeit und die ganz banale Frage, wie wir eigentlich leben wollen.
„Die wohlfeilste Art des Stolzes ist der Nationalstolz. Denn er verrät dem damit behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, worauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein: Hieran erholt er sich und ist nun danbkbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, zu verteidigen.“
Arthur Schopenhauer (1788–1860), „Aphorismen zur Lebensweisheit“