Gedanken zum Jahreswechsel

Firework ReflectionsMir kommt es vor, als hätte man alle Nachrichten und Zeitungsmeldungen vor ihrer Verbreitung vorsorglich dick in Watte gepackt. Mir kommt es vor, als säßen die Will und der Plasberg mit ihren Gästen hinter dicken Schallschutzfenstern, wo die Talker lautlos die Lippen bewegen und die zahlende Schar der Studiogäste aufs verabredete Zeichen hin die Hände geräuschlos zum Applaus bewegt. Ich höre nichts Neues mehr. Nur ewig Gleiches, eintönig aufgeregtes Gerede, wie das ewig gleiche, eintönig-aufgeregte Plätschern und Gurgeln des Wassers über einem Kiesel im Bach.

Müde und matt kriechen die letzten Tage des Jahres aus dem Kalender. Die Zukunft wartet auf den ihr gesetzten Erscheinungstermin. Die Gegenwart schrumpft auf ein Nichts zusammen. Es wird eng.

Wechsel

Wechsel ist ein anderes Wort für Veränderung. Anders als die “Reform”, die ja, auch wenn das in letzter Zeit so nicht gelungen ist, eine Veränderung zum Besseren bringen soll, ist der Wechsel nicht mit einer Wertung verbunden. Nach dem Wechsel ist es anders. Nur anders.

Gewechselt wird üblicherweise das Fluchtfahrzeug, Geld, die Unterwäsche oder die Regierung.

Der Wechsel ist also die Veränderung.
Das Wechseln ist das Verändern.

Anders als mit Humor war das, was sich 2009 so vor unseren Augen abspielte, nicht zu ertragen, deshalb sind satirische Jahresrückblicke die einzig legitime Form dieser Art des Retrojournalismus. Hier die Revue von extra 3 mit Tobi Schlegl:

Und auch das Frontal 21-Toll-Team Werner Doyé und Andreas Wiemers machte sich wie jedes Jahr auf zum Satirischen Jahresrückblick – freundlicher Weise steht er in der ZDF-Mediathek zur Verfügung – HIER.

Dann mal einen guten Rutsch allerseits!

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