Hartz IV: Kuschen oder verrecken

Auszug aus einem sogenannten Eingliederungsvertrag für ALG II-Bezieher:

Rechtsfolgebelehrung

§ 31 Zweites Buch Sozialgesetzbuch sieht bei Verstößen gegen die in der Eingliederungsvereinbarung festgelegten Pflichten Leistungskürzungen vor. Das Arbeitslosengeld II kann danach – auch mehrfach nacheinander – gekürzt oder vollständig entfallen.

Sollten solche Sanktionen – aus welchen Gründen auch immer – einen Langzeitarbeitslosen treffen, droht zwangsläufig Hunger, Obdachlosigkeit und Krankheit. Somit könnte ein schräger Sachbearbeiter/In über das Schicksal eines Menschen entscheiden, im schlimmsten Fall sogar den Tod eines Betroffenen mitverschulden.

Sind unsere Politiker nur noch weltfremd, oder ist dieser Krieg gegen die eigene Bevölkerung so gewollt?

Leider gibt es in unserem Staat immer noch sehr viele Menschen, die es einfach ablehnen ihren Verstand zu gebrauchen und hier und da durchblicken lassen, dass Langzeitarbeitslose es nicht wert sind, sie mit “meinen eigenen Steuern” zu unterstützen. Den Rest erledigt die öffentlichen Meinung mit Hilfe falscher Darstellungen sowie Hetze und das Aufrechterhalten eines Feindbilds. Nur wer arbeitet gilt als vollwertiges Mitglied unserer Gesellschaft.

Welch ein Irrtum.

Wichtig dabei ist zu bemerken, dass die Pflichten in einem Eingliederungsvertrag von einem Sachbearbeiter/In festgelegt werden, ob sinnvoll oder willkürlich. Der Langzeitarbeitslose wird dazu nicht gefragt.

Ein so Sanktionierter steht allerdings immer noch in der Pflicht, diesem Vertrag sowie den Aufforderungen seitens der ARGE nachzukommen, unabhängig davon, ob er physisch sowie psychisch dazu überhaupt noch in der Lage ist.
Bevor der Hungertod droht, können gnädigerweise Gutscheine ausgehändigt werden, mit denen der Gestrafte auch noch zur Schau gestellt wird – an einen Pranger.

Eine Krankenversicherung wird während dieser Zeit der Sanktion verweigert.Mietkosten, Heizung, Strom sowie andere Verpflichtungen werden somit auch nicht mehr zu begleichen sein und dem Sanktionierten droht der endgültige Absturz aus der Armut ins Leid.

Ich finde es immer wieder schlimm, dass solche Realitäten still schweigend akzeptiert werden und eine Gesellschaft ihre eigenen Defizite mit Argumenten vertuscht, die Erwerbslose und erwerbslose Familien ihrer Würde beraubt und somit den Weg für ein Leben ebnet, welches als Leben nicht mehr zu bezeichnen wäre.

Denken Sie einfach ein bisschen nach, mit Verstand und ohne Vorurteile.

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