Zitat: Nach dem Vorschlag von Kraft sollten Langzeitarbeitslose für gemeinnützige Arbeiten etwa in Altenheimen oder Sportvereinen eingesetzt werden.
Yeah, am besten vorher alle Vollzeitstellen in Altenheimen abschaffen, die Leute in Hartz4 schmeissen und dann neu wieder einstellen.
Weiteres Zitat der SPD-Tante Hannelore Kraft: “Als Lohn für die langfristige Beschäftigung in gemeinnützigen Jobs reiche ein symbolischer Aufschlag auf die Hartz IV-Sätze.”
Ohja, das wird die Pflegebedürftigen sicherlich sehr erfreuen, von symbolisch bezahlten und entsprechend motivierten Menschen betreut zu werden.
Und habt ihr es auch gelesen? Sie fordert diesen “symbolischen Lohnzuschlag” auch für LANGFRISTIGE Beschäftigung!!! Also nicht nur für zeitlich begrenzte Ein-Euro-Jobs, sondern LEBENSLANGE Ausbeutung.
Videoausschnitt vom Trigema-Chef Wolfgang Grupp bei Maischberger
Der Mann hat Eier. Leider aber wohl eher CDU-Wähler - und anhand seiner Aussagen ist das alles andere als nachvollziehbar. Der Heini gegenüber, der ganz blass und stumm im Sofa zusammensackt, ist übrigens von der FDP.
Eine Pressemeldung des IAB (Institut für Arbeitsmarkt und Bildungsforschung):
Empfänger von Leistungen aus der Grundsicherung ergreifen vielfältige Aktivitäten, um Arbeit zu finden. Auch auf eigene Initiative. Damit widersprechen sie dem in Teilen der Öffentlichkeit präsenten Bild des passiven Hilfebedürftigen. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass viele Bemühungen um eine reguläre Beschäftigung ins Leere laufen. Basis der Untersuchung sind jährlich wiederholte Intensivgespräche mit Empfängern der Grundsicherung für Arbeitsuchende in ganz Deutschland.
“Wir suchen examiniertes Pflegefachpersonal - wir zahlen ein überdurchschnittliches Gehalt zuzüglich der gesetzlichen Zuschläge!” Mit diesen Worten wirbt eine Zeitarbeitsfirma um Personal - händeringend. Denn die Altenpflege ist in der Klemme: es gibt nicht genügend Pflegefachkräfte und viele von ihnen üben den Beruf nur wenige Jahre aus, bevor sie körperlich und seelisch überlastet aufgeben.
Hintergrund der Hartz IV Reformen ist die These von der Armuts- bzw. Sozialhilfefalle. Darin wird beklagt dass die Lohnentwicklung im unteren Dienstleistungsbereich durch das grundsätzlich in Form von Sozialhilfe garantierte “soziokulturelle Minimum” determiniert werden, dies aber so komfortabel sei, dass sich die Aufnahme einfacher Arbeit nicht lohne. Etwaige Lohnsubventionen müssen daher auch mit einer Absenkung der Sozialhilfe und natürlich einer verschärften Sanktionspraxis bei Arbeitsverweigerung einhergehen. Am radikalsten formulierte bisweilen der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) entsprechende Forderungen.
Nach der Rückkehr von einem Besuch des US-amerikanischen Bundesstaates Wisconsin im August 2001 zeigt er sich beeindruckt von dem wegen seiner Rigidiät berüchtigten Wisconsin-Work-Projekt (W-2) und kündigte mit markigen Sprüchen in Hessen ein entsprechendes Modellprojekt an. Wer als arbeitsfähiger Erwerbsloser eine Arbeit ablehne, sollte sich auf ein sehr bescheidenes Leben bis hin zur Wohnunterkunft einrichten. Diese aggressive Rhetorik stellt keineswegs reinen Populismus dar wie es angesichts der vielfach geäußerten Kritik an diesen Vorstoß zu glauben nahe liegt. Die Vorschläge bilden eine verbreitete Stimmung innerhalb der sozialpolitischen Debatte um die Zukunft der Grundsicherung ab und können sich auf angesehene wissenschaftliche Expertise stützen.
Wo sind die Hochburgen von Leiharbeit. Wo ist ihr Anteil an sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen noch gering? Eine interaktive Karte bietet eine Übersicht über das gesamte Bundesgebiet und zeigt die aktuellen Verhältnisse jedes einzelnen Landkreises.
“Die Krise auf dem Arbeitsmarkt ist nicht mehr zu übersehen. Wenn jetzt nicht politisch gegengesteuert wird, droht in den nächsten Monaten eine Verarmungswelle”, warnt Sabine Zimmermann angesichts der Arbeitsmarktzahlen für den Monat Februar. “Wegen fehlender Jobs rutschen immer mehr Arbeitslosengeld I-Empfänger direkt in Hartz IV”, so die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. “Das Arbeitslosengeld I muss deshalb krisenbedingt von 12 auf 24 Monate verlängert werden. Am kommenden Donnerstag steht dazu ein Antrag der LINKEN im Bundestag zur Abstimmung.”
Zimmermann weiter:
“Nach dem aktuellen Bericht der Bundesagentur für Arbeit gab es im Februar 131.000 oder 11 Prozent mehr Arbeitslosengeld-Empfänger. Nicht wenige werden in der nächsten Zeit keinen neuen Arbeitsplatz finden. Spätestens nach zwölf Monaten droht ihnen wegen der von CDU/CSU, SPD, FDP und Grünen getragenen Hartz-Gesetze der Absturz in Hartz IV, sofern sie nicht älter als 50 Jahre sind…
Zitat: …Seit der Übernahme der Regierungsgeschäfte durch die gelb-schwarze Koalition mit Westerwelle und Merkel an der Spitze feiert die Hetze gegen bedürftige Menschen erneut fröhliche Urstände.
Zunächst wurde diese Hetze benötigt, um die Einführung und die Ausgestaltung von SGB II (Hartz 4) politisch zu begründen. Ebenso musste gerechtfertigt werden, dass der Staat unbedingt ein soziales Verfolgungsgesetz benötigte, um den neuen sozialen und moralischen Handlungsrahmen zu begründen.
Inzwischen verbirgt sich hinter diesen Hetzkampagnen gegen “Sozialschmarotzer und Staatsparasiten” allerdings nicht nur die Absicht, einen beliebigen Sündenbock für die wirtschaftliche und soziale Schieflage des Staates zu benennen. Vielmehr soll diese inszenierte Dauerhetze von den wahren Feinden unseres demokratisch verfassten Sozialstaates ablenken und gleichzeitig ein repressives Lohndumping am Arbeitsmarkt ermöglichen…
Vor einigen Jahren las ich eine Frage, deren Inhalt folgender war:
“In einem Land haben alle Menschen ein Jahreseinkommen von 70.000 Euro. In einem anderen Land haben alle anderen 70.000 Euro und du bekommst 100.000 Euro.
In welchem Land möchtest du leben?”
Na, was für eine Frage, dachte ich, natürlich in dem Land mit den 70.000 Euro für alle.
Viele Menschen fragte ich im Laufe der letzten Jahre, wofür sie sich denn entscheiden würden. Nur sehr, sehr wenige entschieden wie ich. Die meisten wollten in das Land, wo sie 100.000 Euro bekamen und die anderen 70.000 Euro. Dieses Ergebnis verwirrte mich sehr und die Begründungen stellten mich nicht zufrieden.
Also warum habe ich mich für Variante “70.000 Euro für alle” entschieden?
Dieses Interview hat das Magazin “Focus” in seiner aktuellen Ausgabe nicht veröffentlicht. Warum? Entscheiden Sie!
Nachfolgendes Interview hat das Magazin “Focus” am 30. Januar 2010 mit Falko Maiwald, ein freies Redaktionsmitglied von gegen-hartz.de geführt, aber leider nicht, wie angekündigt, in seiner aktuellen Ausgabe veröffentlicht. Stattdessen dürfte Prof. Wolfgang Franz umfassend erklären, warum der ALG II-Regelsatz unbedingt gekürzt werden soll. Um das Interview nicht vorzuenthalten, werden wir es nun an dieser Stelle veröffentlichen. Die Fragen stellte eine Focus Redakteurin.
Frage: Am 9. Februar will das Verfassungsgericht den Regelsatz von Hartz IV besonders in Hinblick auf die Bedürfnisse betroffener Kinder neu bewerten. Wie schätzen Sie die Chancen auf ein zufriedenstellendes Urteil ein? Antwort: Sofern sie mit „zufriedenstellend“ meinen, dass das BVerfG urteilen wird, dass die Kinderregelsätze nicht bedarfsdeckend sind, so stehen die Chancen zweifelsfrei sehr gut, da die aktuellen Kinderregelsätze den tatsächlichen Bedarf Heranwachsender ja nachweislich nicht berücksichtigen. Ich sehe aber auch gute Chancen, dass das BVerfG das Gleiche für die Regelsätze Erwachsener urteilen wird, denn die Bundesregierung konnte dem BVerfG nicht erklären, warum dort massive Kürzungen vorgenommen wurden.
“Aber Studien zeigen, dass sie nicht nur Hilfe, sondern manchmal auch Druck brauchen. Druck, auch einen unbequemen Job anzunehmen. Druck, früh aufzustehen. Oder auch Druck, in eine andere Stadt zu ziehen.” geschrieben von Stephanie Jungholt, BILD-Zeitung vom 6. Februar 2010
Zum Gesagten sei angemerkt: Druck! Das ist der gesamte Inhalt der modernen Alltagsanthropologie.
Treffender: die vollumfängliche Inhaltsleere. Der Mensch als Bündel aus dargebotenen Zwängen, aufgenötigten Impulsen und zu vermittelnden Anreizen. Ein Menschenbild, in dem kein Platz ist für freien Willen, in dem der Determinismus in abscheulichstem Materialismus verendet, in dem nur getan und gearbeitet wird, wenn Nötigungen, Drohungen und Einengungen aufgetischt werden. In so einem plumpen Ideal wird der Mensch zum Sanktionsobjekt, zu einer Sache des gezielten Antriebs, zur Maschine, die nur arbeitet, wenn die Schmiernippel regelmäßig mit Gleitmittel wie Drohung und Druck versorgt werden.
Dieses drückende Gleitmittel, welches man “der arbeitenden Bevölkerung schuldig” sei, ist für solche Anthropologen per se auch gar nicht verwerflich. Im Gegenteil, man erachtet es als natürlich, schreibt es quasi der Evolution zu, implantiert es in die menschliche Natur, die in jenem modernen Menschenbild eine Mischung aus Nichtstuer, Schmarotzer und Phlegmatiker darstellt; die eine menschliche Natur ist, die nur mit Druck und Anreizen gebändigt werden kann.
Ich? Ich und weltfremd? Na hören Sie mal! Das ist ja bodenlos - eine bodenlose Frechheit! Woher nehmen Sie nur diese dreiste Kaltschnäuzigkeit? Weltfremd, hm? So eine Frechheit! Eine Frechheit, mir so ungehemmt die Wahrheit an den Schädel zu schleudern!
Jaja, ich bin weltfremd. Ihr haltloses Mundwerk hat den Kopf mit dem Nagel getroffen, die Wahrheit quasi ans Haupt gespießt. Ich bin dieser Welt entfremdet, bin ein Fremder in einer Welt, in der ich gar nicht allzu heimisch sein möchte. Als Mensch mit ethischen Grundsätzen muß man sich weigern, hienieden heimisch zu werden. Man richtet sich zwar ein, schafft sich etwas Quasiheimisches, etwas Heimeliges für den Privatgebrauch sozusagen, aber zu hause ist man als in die Welt Geworfener nie so recht.
Roland K. aus Frankfurt denkt innovativ. Er ist jener vielgepriesene Typus Staatsbürger, der mit kraftvoller Dynamik und selbstloser Rührigkeit, die Gesellschaft zu einem Hort günstigerer Lebensumstände wandelt. Er schwatzt nicht nur, er schöpft und gestaltet, legt Hand an, wo andere nur Zungen schnalzen lassen. Roland K. schafft Mut, er schafft Hilfe zur Selbsthilfe, schafft Beschäftigung. Indem er ausspricht, was andere sich auszusprechen nicht trauen, eröffnet er neue Märkte, stößt er in frische Beschäftigungsfelder vor, expandiert er an neue Gestade.
Roland K. ist ein Macher, kein Klatschweib - er gehört zu gebrauchten Sorte, ist Mann von Format, Visionär und Antreiber. Wo er spricht, erheben sich die Faulpelze von ihren opulent verzierten, mit elegantem Brokat überzogenen Chaiselonguen, wie weiland Gelähmte von Jesu auferlegter Hand. Sie richten sich auf, recken ihrem Heiland die sonst so phlegmatischen Hände entgegen, ziehen sich hie und da die hinabrutschenden Jeanshosen aus elegantem Hause über die mit Kaviar wohlgenährten Ranzen und danken für die erlösenden Worte des Propheten. Roland K. mobilisiert, treibt an, macht Blinde sehend, Lahme gehend, Stumme sprechend.
Arbeitnehmer suchen passende Jobs, Arbeitgeber die richtigen Mitarbeiter. Beide wünschen sich eine möglichst schnelle und nachhaltige Vermittlung. Seit dem 15.10.2009 setzt die Fortbildungsakademie der Wirtschaft auch in Köln mit der MatchingCompany als Personaldienstleister auf ihr großes Netzwerk aus über zwei Jahrzehnten Arbeit als bundesweiter Bildungsdienstleister.
Um das Image des Zeitarbeiters steht es nicht zum Besten. Völlig zu unrecht, wie eine Studie nun belegen soll
Leiharbeiter, Leasingarbeiter - Begriffe, die es schon aus humanitären Gründen nicht geben solle, wie Gerhard Flenreiss, Bundesobmann der Personaldienstleister bei der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) bei der heutigen Pressekonverenz meint. “Ich verleihe meinen Kugelschreiber, ich verleihe aber nicht meinen Mitarbeiter.”
Auf den deutschen Steuerzahler kommen Belastungen im zweistelligen Milliardenbereich zu, wenn die Leistungen für Hartz-IV-Empfänger deutlich erweitert werden. Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) nach würde es den Bundeshaushalt mit mehr als 20 Milliarden Euro belasten, wenn der Regelsatz um 61 Euro auf 420 Euro im Monat erhöht und die Grundsicherung für Kinder 300 Euro betragen würde. Außerdem würden mehr Personen in das System gelockt, wodurch die Zahl der Empfänger um rund 2 Millionen steige. Derzeit erhalten 6,5 Millionen Menschen Hartz-Leistungen, darunter 1,7 Millionen Kinder. Das Armutsrisiko hingegen würde um 2 Prozentpunkte sinken.
Nicht mitgedacht wurde natürlich die dringend notwendige Einführung eines existenzsichernden gesetzlichen Mindestlohns, um das Lohnabstandsgebot zu wahren, und überhaupt deutliche Lohnerhöhungen. Wenn Hartz IV so toll ist, könnten sich doch die FAZ-”Journalisten” mal in “das System locken” lassen. Das journalistische Niveau würde sofort steigen. Wenn sich die Arbeit nicht lohnt, dann heißt das, dass man zu wenig bezahlt wird, ganz einfach.
Dem Drogeriediscountwiderling Schlecker weht derzeit der Gegenwind ordentlich ins Gesicht – selbst in der Mainstreampresse ist die unglaublich dreiste Vorgehensweise, altgediente Mitarbeiter in die Leiharbeit zu drängen, um sie hinterher zum halben Lohn wieder einzustellen, großesThema. Dass mich so etwas freut, ist klar, denn hoffentlich wachen immer mehr Menschen auf und kaufen zukünftig woanders ein. Sehr aufbauend fand ich auch diese Nachricht „Heroldsberger Bürgermeister zeigt Drogerie die rote Karte“ in den Nürnberger Nachrichten:
(…) Der früher selbst als Apotheker tätige Rathauschef ist nach eigenen Angaben «stinksauer» auf das Unternehmen - noch vor der Eröffnung Ende September hat Schalwig ein Zeichen gesetzt: In einer Rundmail an die Rathausmitarbeiter legte er den Angestellten nahe, künftig bei Einkäufen für die Gemeinde das neue Schlecker-XL-Geschäft zu meiden - ein Boykott-Aufruf also (…)
Das ist schon mal ein Anfang, auch wenn die sprichwörtlich schlechte Art, mit der Schlecker seine Mitarbeiter schon seit jeher behandelt, hier gar nicht zur Sprache kommt (genausowenig wie die grundsätzlichen vielen Nachteile des Discountprinzips).
Eine Frau bewarb sich bei der Drogeriekette Schlecker – und landete bei einer privaten Jobvermittlung: Die kassierte Subventionen, bevor sie die Frau wieder zu Schlecker schickte.