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Hauptsache Arbeit? Zeitarbeit = Beschäftigung zweiter Klasse?

IG Metall in Baden-Württemberg und Arbeitgeberverband Südwestmetall haben kontroverse Ansichten

Peer-Michael Dick (Hauptgeschäftsführer Südwestmetall) lobt die Zeitarbeit als “eines der wichtigsten Flexibilisierungsinstrumente unserer Industrie”.

Zum Video beim SWR

Die IG Metall warnt vor einer neuen Leiharbeitswelle in Baden-Württemberg. Zieht die Konjunktur an, steigt auch die Zahl der Leiharbeiter. Der Arbeitgeberverband Südwestmetall lobt die Leih- bzw. Zeitarbeit als “eines der wichtigsten Flexibilisierungsinstrumente unserer Industrie”. Die Gewerkschaft hält dagegen und wirft Arbeitgebern vor, sich aus der sozialen Verantwortung zu stehlen: “Wir brauchen keine modernen Tagelöhner”, sagt die IG Metall und fordert gleichen Lohn für gleiche Arbeit.

Die Politik müsse dringend handeln, ab Mai 2011 gilt Freizügigkeit für europäische Arbeitnehmer. Polnische Zeitarbeitsfirmen etwa können ihre Dienste dann hierzulande für vier Euro Stundenlohn anbieten. Zu Gast im SWR 3-Studio: Peer-Michael Dick (Hauptgeschäftsführer Südwestmetall).

Quelle: ig-zeitarbeit.de

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TK: Krankenstand wie vor zehn Jahren, aber 40 Prozent mehr psychische Störungen

Sadness

Foto: Emy_racoon

Die Pop up-Arbeitswelt raubt den letzten Nerv.

Obwohl der Krankenstand mittlerweile mit 3,3 Prozent wieder das Niveau von vor zehn Jahren erreicht hat, haben die psychisch bedingten Krankschreibungen bei Deutschlands Erwerbspersonen im selben Zeitraum um fast 40 Prozent zugenommen. Dies geht aus dem Gesundheitsreport hervor, den die Techniker Krankenkasse (TK) heute in Berlin vorgestellt hat. Erstmals hat die Krankenkasse dabei nicht nur die Daten zu Krankschreibungen und Arzneiverordnungen des vergangenen Jahres analysiert, sondern die Entwicklungen einer ganzen Dekade betrachtet.

Hauptursachen für Fehlzeiten der Beschäftigten und Arbeitslosen in Deutschland sind danach neben Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems zunehmend psychische Störungen. Von den gut zwölf Tagen, die jeder im letzten Jahr krankgeschrieben war, waren 1,6 Tage psychisch bedingt.

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Eigentor bei Daimler

Vodafone Mclaren team truck

Foto: Laird Scott

Gesamtbetriebsrat stimmt höheren Quoten für Leiharbeit in dem Autokonzern zu und gibt zugleich blumige Erklärungen gegen prekäre Beschäftigung ab.

Wir stellen mit Besorgnis fest, daß Arbeitgeber versuchen, den Personalaufbau nach der Krise in hohem Maße in Form von Leiharbeit und anderen Formen prekärer Beschäftigung stattfinden zu lassen.« So beginnt eine am 10. Mai vom IG-Metall-Bezirk Baden-Württemberg verbreitete Erklärung von Betriebsräten. Prominentester Unterzeichner: Daimler-Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm. Jetzt wurde bekannt, daß dieser nur vier Tage zuvor eine Betriebsvereinbarung unterschrieben hatte, mit der eine Ausweitung der Leiharbeit bei dem Stuttgarter Autobauer ermöglicht wird.

Quelle: www.jungewelt.de

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Zeitarbeit als Chance oder doch nur Abzocke?

In der heutigen Zeit ist es nicht einfach, aus der Arbeitslosigkeit eine Beschäftigung zu bekommen. In diesem Fall bieten sich Zeitarbeitsfirmen an.

Quelle: stellensuche-bewerbung.suite101.de

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Hauptsache Arbeit, oder “Ausbeutung um jeden Preis”?

happy meal?...

Foto: t3mujin

Die ehemalige Qualitätszeitschrift “Stern” zeigt mit einem Artikel über eine so genannte Aufstockerin wieder einmal grandios, wie wenig Selbstachtung solche Menschen eigentlich haben. Rund 1,3 Millionen Menschen in Deutschland sind trotz Arbeit auf zusätzliche Leistungen in Form von Hartz IV angewiesen. Soweit kann man einem aktuellen Artikel im Onlineangebot des Stern unter dem Titel “Manchmal packt mich die kalte Wut” noch zustimmen. Alles was darüber hinausgeht, sollte man aber gefälligst in die Tonne kloppen. Warum? Weil dieses so genannte Protokoll einer Mutter mit fünf Kindern exemplarisch dafür steht, wie schlimm es um das Denken unserer Bevölkerung steht. Dafür kann man wahrscheinlich weniger die Protagonistin Annerose K. verantwortlich machen. Mit Sicherheit bleibt ihr zwischen einer 40 Stundenwoche als Krankenpflegehelferin, den Bergen von Anträgen für das Jobcenter und den fünf Kindern kaum Zeit, sich über die Hintergründe der aktuellen Politik zu informieren. Denn was man zu lesen bekommt, ist jene Einstellung, über welche sich eine FDP mit Sicherheit diebisch freuen wird. Der Grundtenor lautet: “Hauptsache Arbeit”

Ausbeutung um jeden Preis

Annerose K. ist berichtet in dem Beitrag von ihrer Suche nach einer festen Beschäftigung. Nach zwölf Jahren Suche und diversen 1-Euro-Maßnahmen hat es dann endlich geklappt und sie kann bei einer Firma als Krankenpflegehelferin anfangen. Für die ganze Schufterei bekommt sie gerade einmal 1200 Euro brutto, was bei einer regulären Arbeitszeit von 40 Stunden gerade einmal einen Stundenlohn von 7,50 Euro ist. Weil solch ein Verdienst bei weitem nicht zum Leben ausreichen kann, muss sie regelmäßig Anträge ausfüllen und bekommt deshalb rund 400 Euro Hartz IV zusätzlich oben drauf. Jetzt könnte man annehmen, dass Annerose K. stinkend wütend darauf ist, dass sie trotz Vollzeitstelle auch noch zum Amt rennen muss. Wütend, ja das ist die Protagonistin im unserem Stück tatsächlich. Aber drei Mal dürfen sie raten, worüber sie sich am allermeisten aufregt. Ream more »

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Lesetipp: Sozialpolitik aktuell

Mit vielen neuen Dokumenten, u.a.

  • Berufsbildungsbericht 2010 (BMBF)
  • Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in der Bundesrepublik Deutschland 2009 (BMBF)
  • Strategiewechsel in der Gesundheitspolitik schafft mehr Probleme als Lösungen (FES)
  • Gesetz zur Weiterentwicklung der Organisation der Grundsicherung für Arbeitssuchende (Referentenentwurf der Bundesregierung)
  • Entwurf Beschäftigungschancengesetz (Bundesregierung)
  • Armut im Alter – Ursachenanalyse und Projektion für das Jahr 2023 (IWH)
  • Arbeitsvermittler im Urteil der ALG-II-Empfänger (IAB)
  • Erholung setzt sich fort – Risiken bleiben groß (Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose)
  • Gewerkschaftliche Anforderungen an die Neuorganisation des Hartz IV-Systems (DGB)

Quelle: Sozialpolitik aktuell

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Regierung gerät bei Leiharbeit immer mehr unter Druck

“Die Bundesregierung schaut immer noch tatenlos zu, wie die unregulierte Leiharbeitsbranche den Arbeitsmarkt nach unten zieht und ignoriert dabei auch wichtige wissenschaftliche Gutachten”, so Jutta Krellmann anlässlich der Veröffentlichung einer Studie der Bertelsmann-Stiftung. Die Sprecherin der Fraktion DIE LINKE für Arbeit und Mitbestimmung weiter:

“In der Bertelsmann-Studie wird einmal mehr der Behauptung der Bundesregierung widersprochen, Leiharbeit sei ein Einstieg in reguläre Arbeitsverhältnisse. Richtig ist vielmehr, dass sich mit der Leiharbeit ein eigenes Beschäftigungssegment mit miserabler Entlohnung und schlechten Arbeitsbedingungen etabliert hat. Schon das anerkannte Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat darauf hingewiesen, dass der Weg in dauerhafte reguläre Beschäftigung über Leiharbeit innerhalb von zwei Jahren nur etwa acht Prozent der Arbeitslosen gelingt. Gleichzeitig aber werden damit die Tarifstandards der Stammbeschäftigten nach unten gedrückt. Hier von positiven Arbeitsmarkteffekten zu sprechen, wie es die Bundesregierung tut, ist zynisch.

DIE LINKE hat umfangreiche Vorschläge vorgelegt, wie Lohndumping und schlechte Arbeitsbedingungen in der Leiharbeitsbranche zurückgedrängt werden können. Die Bundesregierung hingegen begnügt sich noch mit Absichtsbekundungen der Arbeitgeber. Diese Verzögerungstaktik auf dem Rücken der Beschäftigten ist absolut unverantwortlich.”

Quelle: DIE LINKE. im Bundestag

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Sperre für Eingliederung von Arbeitslosen aufgehoben

Berlin: (hib/MIK/LEU) Die Bundesagentur für Arbeit (BA) kann über bisher gesperrte 900 Millionen Euro für die Eingliederung von Arbeitslosen verfügen. Die Sperre hob der Haushaltsausschuss am Mittwochabend einstimmig auf. Davon sind 300 Millionen Euro für Verwaltungskosten für die Durchführung der Grundsicherung der Arbeitssuchende vorgesehen und weitere 600 Millionen Euro für Leistungen zur Eingliederung in Arbeit.

Der Ausschuss hatte bei den Beratungen des Haushaltes 2010 die Aufhebung der Sperre an die Vorlage eines Konzepts geknüpft, wie die Leistungen zielgenau und effizient im Sinne einer Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt eingesetzt werden können.

Laut Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sollen die Mittel vor allem für die Förderung von Alleinerziehenden, für die Förderung von jungen Menschen sowie für die Eingliederung von arbeitslosen Älteren gebraucht werden. Vorgesehen ist dabei, dass alle Träger vor Ort zentrale Anlaufstellen für Alleinerziehende schaffen, die diese bei der Arbeitsaufnahme unterstützen sollen. Außerdem sind in diesem Bereich mehrere Pilotprojekte geplant.

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Der geliehene Angestellte

New Signs croppedIch wollte die persönlichen und ökonomischen Auswirkungen der Billiglohnpolitik am eigenen Leib erfahren. Die Idee kam mir bereits während einer vor-herigen Recher-che zur desaströsen Situation in Altenheimen (»Abgezockt und totge-pflegt«).

Denn auch dort konnte ich beobachten, dass die Arbeitgeber statt auf festangestellte Altenpfleger eher auf Leiharbeitskräfte setzen. Die Erzählungen der damaligen Leiharbeitskollegen festigten in mir das Bild eines modernen Wanderarbeiters. Doch wie ist das Leben eines Leiharbeiters tatsächlich – und verdrängt die Leiharbeit die Festbeschäftigung?

Weiterlesen & Quelle: Markus Breitscheidel

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Österreich führt Hartz-IV ein

do schmüzt des eis von meiner sö´...Die Diskussion um die “Mindestsicherung” – für die Regierung “Sprungbrett zur Beschäftigung”, für die FPÖ “soziale Hängematte” – verläuft ähnlich wie in Deutschland.

Quelle: Telepolis

Höhe der Mindestsicherung in Österreich:

Die Höhe der Leistung aus der Bedarfsorientierten Mindestsicherung orientiert sich am Netto-Ausgleichszulagenrichtsatz in der Pensionsversicherung.

Im Jahr 2010 wären dies € 744,0. (Ehe-)Paare würden € 1.116,0 netto erhalten. Diese Leistung gebührt 12 mal pro Jahr.

Sonder- bzw. Zusatzbedarfe wie z.B. Heizkostenzuschüsse können weiterhin zusätzlich zur BMS durch die Länder geleistet werden.

Im pauschalierten Mindeststandard ist bereits ein Teil zur Abdeckung der Wohnkosten enthalten. Überschreiten die angemessenen Wohnkosten 25% des Mindeststandards einer Bedarfsgemeinschaft, so gewähren die Länder zusätzliche Leistungen zur Deckung der Wohnkosten. Die Länder können diese zusätzlichen Leistungen entweder aus Mitteln der Bedarfsorientierten Mindestsicherung oder als Wohnbeihilfe zuerkennen.

Weiterlesen & Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales

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