Posts tagged: Gesellschaft

Mrz 19 2010

Hartz-IV-Bevölkerung als neue Unterschichtenrasse erkannt

von Werner Schulten - www.bag-hartz-iv.de

Faschistischer Artikel eines Universitätsprofessors in der FAZ

Der Soziologe und Ökonom Professor Dr. Dr. Gunnar Heinsohn lehrt seit 1984 an der Universität Bremen. Bereits in der Vergangenheit hatte er mit Aufsätzen und anderen Pamphleten uns glauben machen wollen, es hätte nie Ideen von Humanität und keinen Humanismus gegeben, sondern wir müssten den Fortbestand unserer Spezies durch Auslese sichern, die bei Farnen und Moosen funktioniert.

Aber was er mit seinem Gastartikel in der FAZ erbrochen hat, ist das faschistischste und rassistischste, was ich in der letzten Zeit gelesen habe.

http://www.faz.net/s/Rub0B44038177824280BB9F799BC91030B0/Doc~E0AC5A2CD5A6A481EABE50FAE2
AEBA30B~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Sein nicht neuer Vorschlag, die Sozialhilfe auf fünf Jahre zu begrenzen, also quasi in unserer Verfassung manifestierte Grundrechte umzuwandeln in Sprengstoffgürtel mit Langzeitzündern, ist hierbei noch einer der kleineren Fehltritte dieses Ignoranten.

Viel schlimmer sind seine gesamten Ausführungen und Schlussfolgerungen zu „Niedrigleistern aus dem Ausland” und deren „Nachwuchs, der die Bildungsschwäche weiterschleppt.” Aber es kommt noch dicker. Dieser ganze Artikel hätte aus der Zeit des glorreichen Tausendjährigen Reiches stammen können als Werbung für den Lebensborn, hätte der Autor nicht eine neue Rasse ausgemacht. Das haben selbst die Nazis nicht geschafft.

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Mrz 19 2010

Verbrechen wird abgeschafft!

Old gloryVon Roberto J. De Lapuente | ad sinistram | – Schließlich doch noch ein Vorschlag mit Substanz! Nahezu mußte man annehmen, dem Land der Denker seien die Ideen ausgegangen. Fast glaubte man, dies’ Land kenne keine philosophische Kultur mehr! Doch ruhig Blut, es gibt sie noch, die freien Denker, die Visionäre und ungemütlichen Geister. Es gibt sie noch, die Freunde raffinierter Heilslehren.

Man muß Heinsohns Anregung, die Sozialhilfe zeitlich zu beschränken, als Chance sehen. Als Sprungbrett, als Legitimierung, in strotzende Villen einzudringen, kostbare Karossen umzuwerfen, in fürstliche Swimming-Pools zu pissen! Als Option, den sich vollstopfenden Egomanen weiszumachen, dass deren fetten Jahre vorbei seien. Als Möglichkeit, Kommunikation mit der Faust zu machen, dort wo das blanke Wort schon lange nicht mehr wirkte. Ein ganz durchtriebener Plan, den dieser agent provocateur da feilbietet.

Wenn es keine revoltierenden Massen gibt, dann hungern wir sie eben aus, bis sie entkräftet und kränklich zur Revolte stolpern.
Wer die Gesellschaft verändern will, der darf sich auch nicht von Kinkerlitzchen wie dem Grundgesetz aufhalten lassen. Beseelte Veränderer sind über Gesetzestexte schon lange hinweg, ihr Drang ist ihnen einziges Gesetz.

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Mrz 17 2010

Es gibt da gerade einen sehr beunruhigenden Trend, …

… den ich mal über diesen Telepolis-Artikel illustrieren will. Da geht es um einen Soziologie-Professor, der, mal unfair in Naziterminologie übersetzt, Hartz IV Nachwuchs für unwertes Leben hält, für rassisch minderwertiges Humanmaterial, das weniger produktiv ist im Leben und daher der Gesellschaft weniger bringt als ordentlicher Akademikernachwuchs.

Ein anderes Beispiel, weniger krass aber doch auch irgendwie in die gleiche Richtung, ist dieser Spiegel-Artikel über zunehmend ungewollten Hartz IV Nachwuchs und dass man doch Verhütungsmittel kostenlos an die Hartz IV Opfer abgeben sollte, damit sie bloß keinen Nachwuchs kriegen. Natürlich drücken sie das anders aus, dass die Hartz IV Opfer selber den Nachwuchs nicht wollen, aber … warum wollen die den denn nicht?

Nicht weil sie generell keinen Nachwuchs wollen, sondern weil wir sie gesellschaftlich für minderwertig erklärt haben, und sie das ihren Kindern nicht zumuten wollen. Oder?

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Mrz 11 2010

Rente mit 74

Das Tagebuch / The DiaryDer Bevölkerungsforscher Herwig Birg hat erforscht, daß man das deutsche Rentensystem in der heutigen Form nicht retten kann. Ein weiteres seiner Forschungsergebnisse ist, daß das Renteneintrittsalter bis 2045 schrittweise auf 74 Jahre hochgesetzt werden muß(!). Vermeiden ließe sich das nur(!), wenn man die Arbeitslosigkeit abbauen würde.

So konnte man es bei bild.de lesen. Nach der Lektüre dieses erschrecklichen BILDungspolitischen Beitrags kann der Leser der geliebten Bundesregierung eigentlich nur noch dankbar sein und sie in sein Nachtgebet einschließen. Denn diese hat das Renteneinstiegsalter ja Gott sei Dank “nur” auf 67 hochgeschraubt – wissenschaftlich begründet, versteht sich.

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Mrz 08 2010

Nockherberg: “Ärsche herzen - nicht Analfistel sein!”

Bronzeschwänze Zufällig, mein lieber Bruder Barnabas, nur zufällig, bin ich letztens bei Ihrer, bei Deiner – schließlich bist Du mir Bruder – Predigt haften geblieben. Und hätte die Fernbedienung nicht geklemmt, ich hätte Dich übergangen.

Diese Horde lachender, sich Köstlich, köstlich! zuprostender Oberbonzen, die sich auch noch ein anerkennendes Ehrenzeichen dafür anstecken lassen wollen, weil sie über sich selbst, über ihre Dummheiten und Schweinereien, kichern und gackern, bis dass die hochroten Rüben zu zerreißen drohen; dazu als Krone der Unerträglichkeit, alberne, nicht selten arschkriechende Narreteien, Kreide fressende Schabernacke, sich anbiedernde Witzeleien, die zum Fremdschämen anspornen – diese Mixtur aus Dekadenz und nicht verwendeter, nicht ausgebeuteter Narrenfreiheit, dieses Konglomerat aus kraftmeierischer Aufschneiderei und feiger Spiegelvorhalterei – all das halte ich üblicherweise keine Minute aus, ohne mir resigniert an die Migräne fassen zu müssen.

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Mrz 07 2010

Positives Denken macht krank: Wahnsinn statt Psychotherapie

King, portraitDie Diktatur der Optimisten - Teurer Mythos positives Denken

VON CHRISTIAN SCHÜLE

“Du schaffst es!”, “Gib niemals auf!”, “Sorge dich nicht - lebe!” Die Entertainer der Erfolgsgesellschaft locken Verzagte, Berufsmüde und Karrieresüchtige zu Tausenden auf ihre Motivationskongresse. Begegnungen mit den Predigern der Erschöpfungslehre.

Und dann sagt er ihnen, sie seien in den Hühnerstall hineingeboren. Zu Hühnern habe man sie erzogen. Und er sagt ihnen, sie seien Adler, und sie schweigen und lauschen. Und der Hühnerstall, das sagt er ihnen nicht, ist die Gesellschaft, und Hühner sind schwach. Und die allermeisten Menschen seien Hühner, und du, sagt er ihnen, du schaffst alles, wenn du nur willst, DU, sagt er, DU kannst Adler werden! Und 1.100 Adler jubeln. Der Redner heißt Jürgen Höller. Es ist Samstagnachmittag.

Draußen regnet es…

Hier der ganze Beitrag auf Psychotherapie.de  Klick

© PSYCHOTHERAPIE - www.psychotherapie.de

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Mrz 06 2010

Neue Zeitschrift: Oya – anders denken. anders leben.

Viel wird ja in der Verlagsbranche darüber gejammert, dass es Zeitungen und Zeitschriften heutzutage so schlecht geht. Ehrlich gesagt finde ich es auch nicht weiter schlimm, wenn das 1000. reklameverseuchte Lifestyle- oder „People“-Magazin den Bach runter geht – diese Art von vermeintlicher Vielfalt im Medienbereich braucht keiner, da diese Hefte eh nur dazu dienen, Werbung an den Mann bzw. die Frau zu bringen und den Konsum anzuheizen.

Umso erfreulicher ist es, wenn sich dieser Tage eine neue Zeitschrift auf dem Markt präsentiert, die eine komplett andere Ausrichtung aufweist: „Oya – anders denken. anders leben“, das sich als neue „kulturkreative Zeitschrift“ versteht. Die Absichten der Köpfe hinter Oya klingen sehr vielversprechend:

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Mrz 06 2010

Des Gesindels Gesinde

Kolonialwaren um 1900 (Gruppenbild mit Damen)Von Roberto J. De Lapuente | ad sinistram | – Dieses gesamte Agitatorenpack, das sich anhaltend Opfer bei den Schwächsten sucht, zwischen Ausländern und Erwerbslosen hin und her pendelt, um seine Verächtlichkeit, sein schwefeliges Gift abzusondern – diese rundum charakterlose Brut, die gegenwärtig Hochkonjunktur erleben darf, die gedeiht und floriert,…

die den Hass, welcher üblicherweise zwischen Herrengedecken wohnhaft ist, an die Öffentlichkeit zerrt – all dieses Geschmeiß aus Leuteschindern und Herrenmenschen, aus egoistischen Kauzen und selbstsüchtigen Sonderlingen, welches mit Leidenschaft Missgunst und Groll veredelt – dieses Gesindel, so hört man heute wieder, in jeder noch so demokratisch oder humanistisch eingefärbten Ecke, sei zwar scheußlich und ekelhaft, aber wenn man ehrlich sei, so ehrlich wie diese Agitpropisten letztlich selbst seien, dann müßte man schon zustimmend nicken und anstandslos anerkennen, dass sie, zwar mit unangebrachtem Maulheldentum und saftiger Grobschlächtigkeit, dennoch den Weg der Erkenntnis gingen, die Wahrheit tröpfchenweise ins öffentliche Bewußtsein träufeln.

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Mrz 02 2010

Deutschland und Griechenland: über Diäten, Einkommen und Hartz IV

Von Eifelphilosoph | Diäten ist ja ein Wort aus dem griechischen. http://de.wikipedia.org/wiki/Di%C3%A4t

Der Begriff Diät kommt von (griech.) d?aita und wurde ursprünglich im Sinne von „Lebensführung“/„Lebensweise“ verwendet.

Die Lebensführung unserer Abgeordneter ist nun mit dem umgangssprachlichen Begriff Diät, bei dem man unwillkürlich an Verzicht, an Askese und Bescheidenheit denkt, nicht in Einklang zu bringen, wie etwas bei Frank Steffel, CDU

http://www.welt.de/politik/deutschland/article6612449/Das-verdienen-unsere-Abgeordneten-nebenbei.html

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Mrz 01 2010

Weil Frauen cooler sind. [...]

“Weil Frauen cooler sind. [...]
Weil Frauen niemals aufgeben. [...]
Liebe Männer, probiert doch mal wieder, so gut zu werden wie wir …
Nicht nur bei Olympia!”

- Claudia Schwedler, BILD-Zeitung vom 26. Februar 2010 -

Zum Gesagten sei angemerkt: Die gute Frau - die aufrechte, unbescholtene Frau! Charakterfest, erfolgreich, stark, tüchtig - einfach gut. Sie ist die Rivalin des Mannes, dieses verschlagenen, arglistigen, wankelmütigen Geschlechtsfeindes, der letztlich stets nur seinen zu leerenden Hoden in Gedanken nachhängt, während er derart flausenverloren an seinem Penis nestelt. Der Mann, der noch lange nicht so gut ist, wie das Objekt seiner arterhaltenden Begierde - nicht nur im Sport! Nicht nur bei Olympia! Nein, immer und überall, permanent und ohne Unterlaß. Ach, würde er nur so gut, wie es die Frauen schon lange sind, schon immer waren - ach, würde er auch im profanen Alltag ein Musterexemplar von Mensch!

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Mrz 01 2010

Empathie | Die Ideologie einer globalen Zukunft?

Empathy For Nature 01Empathie, die Fähigkeit des Mitfühlens, das Ergebnis unserer Spiegelneurone, wie man sie wissenschaftlich bezeichnet. Ohne Empathie kann man keine Tätigkeiten lernen (z. B. Choreografien, Handwerkstechniken) und kein Verhalten erlernen. Leider werden diese Möglichkeiten, die in den Menschen liegen vermehrt genutzt, um zu Konsum- und Wettbewerbsverhalten anzuregen.

Verhandlungen werden gemäß den modernen Kommunikationprogrammen auch mit den Fähigkeiten des Mitfühlens, des “Sicheinfühlens”, geführt. Wenn die Empathie mehr Raum einnimmt, wird es weniger Geschäfte zu Lasten Dritter geben? Die Ignoranz der neoliberalen Wirtschaft hätte eine gesellschaftlich geforderte Grenze gefunden. Die internationalen Völker hätten einen gemeinsamen überreligösen moralischen Nenner, der eine neue Grundlage für alle Verhandlungen bildet – wenn man es denn von den heute Mächtigen fordert.

Sollte es eine darauf basierende “moderne” Schrift wie Bibel und Koran ohne die Propheten geben? Empathie könnte die Vorstellung vom alles verbindenden “Heiligen Geist” und dem Qi (Chi) fassbarer werden lassen.

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Feb 28 2010

Bundesregierung sieht Armut nicht als Problem an…

Oh Manchester, So Much To Answer ForZur nationalen Auftaktveranstaltung des Europäischen Jahres gegen Armut und soziale Ausgrenzung 2010 erklärt Markus Kurth, Sprecher für Sozialpolitik:

Für die Bundesregierung ist Armut kein gesellschaftliches Problem, sondern Schicksal. Nach diesem Schema hat sie auch die Projekte für das europäische Jahr ausgewählt. Titel wie “Arm ist nicht, wer wenig hat” und “Knapp bei Kasse - Wir kommen klar” verhöhnen viele Bürgerinnen und Bürger.

Frau von der Leyen folgt bei der Durchführung des europäischen Jahres ihrem Motto “Reden statt Handeln”. Nach den Plänen der Bundesregierung fließen lediglich 1,24 Millionen von 2,25 Millionen Euro in die Förderung konkreter Projekte. Der Rest des Geldes geht hauptsächlich in die Öffentlichkeitsarbeit.

Wir werden die Aktivitäten der Bundesregierung genau verfolgen und deshalb noch in dieser Woche in einer detaillierten Kleinen Anfrage einige Fragen rund um das Europäische Jahr stellen.

Quelle: Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

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Feb 27 2010

Kein unantastbares Vorbild

Bad Neustadt im Februar 2010Oder: die Vermessenheit der Margot Käßmann.

Derjenige, der sich mit Moral, mit Ethik, mit Sittlichkeit befasst: er weiß von dieser eigenen Schwäche, den persönlichen Ansprüchen nicht ausreichend gerecht zu werden. Er ist darüber in Kenntnis gesetzt, selbst verfehlen zu können, eben deshalb, weil er Mensch ist, weil ihm deswegen nichts Menschliches fremd sein kann - um es mit der berühmten Sentenz des jüngeren Seneca zu sagen. Kein noch so ausgefeilter ethischer Kanon, kein moralisches Lehrbuch, kein sittlicher Ratgeber können den Fehltritt vereiteln - selbst derjenige, der täglich das moralische Flickzeug anwendet, Ethik philosophiert, von Kanzeln predigt, selbst wer also ausgewiesene Kapazität in Fragen der Moralität ist, ist vor Missetat und Fehler nicht gefeit. Der Schritt zum Fehltritt, er ist für jedermann ein ausgesprochen kleiner.

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Feb 26 2010

Die Zukunft der Zivilgesellschaft

Zum Wochenende möchte ich Euch heute die Dokumentation „Beherzte Bürger – die Zukunft unserer Zivilgesellschaft“ empfehlen, die 2007 auf 3sat im Rahmen der Reihe „Z wie Zukunft“ lief. Das Thema klingt vielleicht im ersten Moment vielleicht nicht sooo prickelnd, aber tatsächlich spart der Bericht nicht mit intensiver Kritik an der Konsumgesellschaft und den durch unser kapitalistisches Wirtschaftssystem ausgelösten Erodierungen des sozialen Miteinanders. Sehr spannend, wie ich finde, und ein Beispiel dafür, dass Gebührengelder auch sinnvoll, nämlich in aufklärerische Sendungen, investiert werden können.

Welche Funktionen übernimmt künftig bürgerliches Engagement und wie können sich neue funktionierende Gemeinschaften eigenverantwortlich innerhalb der Gesellschaft bilden. Wie können demokratische Entscheidungswege in 10 bis 15 Jahren funktionieren; wie ist soziale Kohärenz und innere Sicherheit in 10 bis 15 Jahren zu garantieren, in - überspitzt formuliert - einer Gesellschaft mit 2/3 Alten und 2/3 Erwerbslosen?

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Feb 24 2010

Und Sie würden es wieder tun….

shiny star leaf fringed weirdly in tarry moongateVor unseren Augen, von der liberalen Öffentlichkeit fast wehrlos, ja resignativ hingenommen, spielt sich zurzeit ein tolles Schauspiel ab, dessen Dimensionen alle Phantasien des absurden Theaters weit übertreffen.

Das Drehbuch dieses Schauspiels in Stichworten: Die herrschende politische Kaste unseres Landes rennt seit nunmehr dreißig Jahren einer grotesken Wirtschaftstheorie hinterher, versucht sie mit einem gigantischen Propagandaapparat der „dummen“ Masse einzutrichtern (übrigens erfolglos), erzielt mit ihr in der Praxis aber nur Resultate, die nicht anders als desaströs bezeichnet werden können: astronomisch wachsende Verschuldung des Gemeinwesens (bei Zielsetzung „austerity“!), Massenarbeitslosigkeit, Massenarmut, massive Entziviliserung wie Amokläufe und Gewaltausbrüche, und fährt schließlich mit deregulierten Finanzmärkten die gesamte Wirtschaft vor die Wand.

Und für einen kurzen Moment scheint die neoliberale Front vor dem Zusammenbruch zu stehen.

Doch dieser Moment dauert – historisch gesehen – nur einen Lidschlag lang.

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Feb 22 2010

Gespensterjagd - Zur Ideengeschichte des Antikommunismus

Marx and Engels

Marx and Engels

„Ein Gespenst geht um in Europa - das Gespenst des Kommunismus. Alle Mächte des alten Europa haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen diese Gespenst verbündet”, schrieben Marx und Engels im Kommunistischen Manifest - und das ist im Gegensatz zu anderen Behauptungen in dieser Schrift eine ziemlich wahre Aussage. Hass auf und Furcht vor radikaler Veränderung der bürgerlichen Gesellschaft sind so alt, wie ihre revolutionäre Durchsetzung selbst.

Spätestens mit der Französischen Revolution, die nicht in religiöser Verkleidung agierte, wie die niederländische und englische Revolution, und die in ihrer theoretischen Begründung wesentlich radikaler war, als etwa die amerikanische, entstand die Furcht vor dem „roten Terror” (übrigens bevor „La Grande Terreur” 1793 wirklich losging). Im Folgenden geht es um eine Rekonstruktion von Bildern und Vorstellungen und um eine Darstellung der Veränderung des Antikommunismus. Antikommunismus heißt hier erstmal die Ablehnung und Feindschaft gegenüber der grundlegenden Veränderung der modernen Welt - sei es durch Aufhebung von Herrschaft oder durch Veränderung der Herrschaftszwecke.

Dass diese Ablehnung keine wissenschaftliche Kritik ist sondern Ressentiment, das sich permanent Widersprüche und Doppelstandards leistet, wollen wir im Folgenden zeigen.

Hier weiterlesen: LinkeZeitung.de

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Feb 09 2010

Hartz-IV: Schlupfloch-Urteil gibt Regierung Sparspielraum

Ich kann den Jubel über das Urteil leider nicht teilen. Persönlich glaube ich nicht daran das die Regelsätze erhöht werden.

Heute im Spiegel: Schlupfloch-Urteil gibt Regierung Sparspielraum

Kritisiert haben die Richter allerdings nur, dass der Gesetzgeber bei den Begründungen für all diese Missstände geschludert hat und seinem Ansatz nicht konsequent genug gefolgt ist. Eine bestimmte Methode haben sie indes nicht vorgeschrieben, solange die notwendigen Hilfen in einem “transparenten und sachgerechten Verfahren nach dem tatsächlichen Bedarf” ermittelt werden. Zusätzliche Leistungen sind damit nicht garantiert.

Es gibt sogar Stellschrauben, um Mehrbedarf an anderer Stelle wieder herunterrechnen zu können. So gesteht das Verfassungsgericht bei der Bestimmung des Leistungsumfangs einen “Gestaltungsspielraum” zu, der die “Beurteilung der tatsächlichen Verhältnisse” ebenso umfasst wie die “wertende Einschätzung des notwendigen Bedarfs”.

Dieser Spielraum ist dabei “enger”, wenn es um die “Sicherung der physischen Existenz eines Menschen” geht, also vor allem Wohnung, Heizung, Essen, Kleidung, Gesundheit. Er ist aber “weiter” gefasst, wenn es “Art und Umfang der Möglichkeit zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben” betrifft, also etwa das Auto, Freizeit und Unterhaltung.

Schon die Festlegung auf das untere Fünftel der Bevölkerung als statistische Bezugsgruppe ist nicht zwingend. Das Verfassungsgericht hält sie zwar für “sachgerecht”, schließt aber eine enger gefasste Vergleichsgruppe, etwa das untere Zehntel, mit entsprechend niedrigeren Ausgaben, nicht von vornherein aus. Und auch ob der Gesetzgeber das Existenzminimum “durch Geld-, Sach- oder Dienstleistungen sichert, bleibt grundsätzlich ihm überlassen”.

und in der Zeit: Das Ende der Willkür

Die anschließenden Bedarfsberechnungen waren ein Hohn: Man zog Datensätze des statistischen Bundesamtes zu Rate, in denen aufgelistet war, für was die einkommensschwächsten 20 Prozent der Bevölkerung ihr Geld ausgeben. Man erkannte, dass einige wenige der dort aufgeführten Singles sich auch Pelze und Segelflugzeuge angeschafft hatten. Also zogen die Ministerialbeamten in den Rubriken Kleidung und Freizeit einige Euro ab, verschob ein paar Beträge – und landete am Ende exakt bei 345 Euro.

Noch unverfrorener und ignoranter ging man anschließend bei der Ermittlung der Kindersätze zu Werke, denn hier kam das Ministerium gänzlich ohne Berechnungen aus. Stattdessen wurde der Erwachsenensatz einfach pauschal gekürzt – mit absurden Folgen: Einem Baby steht rechnerisch Geld für Kneipenbesuche zur Verfügung, aber keines für Windeln. Und ein heranwachsender 17-Jähriger hat laut Gesetz exakt 80 Prozent so viel Hunger wie seine Mutter. Geld für Bildung war bei Erwachsenen nicht vorgesehen, also auch nicht für Kinder. Erst später wurde ein – wiederum pauschaler – Betrag für Schulhefte, Stifte und Bücher eingeführt.

Dieser Herrschaft der Willkür hat das Bundesverfassungsgericht heute einen Riegel vorgeschoben. Das ist das Signal dieses großen Urteils. Es hat allen Beteiligten vorgeführt, an welcher schändlichen, menschenverachtenden Politik sie sich beteiligt haben.

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Feb 03 2010

Die letzte aller Spekulationsblasen

Von Tomasz Konicz | de.indymedia.org | – Aus aktuellem Anlass der sich global zuspitzenden Krise der Staatsfinanzen etlicher Länder (derzeit ist Griechenland, bald wohl Portugal, Irland, Grossbritanien oder auch Japan an der Reihe) poste ich einen älteren Artikel über deren ökonomische Hintergründe, die in der seit Jahrzehnten schwelenden, fundamentalen Systemkrise des spätkapitalistischen warenproduzierenden Systems zu verorten sind.

Der Aufschwung ist da! Die größte Weltwirtschaftskrise der Nachkriegsgeschichte konnte nach Ansicht des geschäftsführenden Direktors des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, bereits Anfang Oktober überwunden werden. »Die Weltwirtschaft hat die Wende geschafft«, erklärte Strauss-Kahn am 2. Oktober bei einer Pressekonferenz im Rahmen der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Istanbul.

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Feb 02 2010

Niedriglohnsektor wird zur Zerreißprobe für die Gesellschaft

Ein kleiner Lesetipp!

Spree-Rauschen:  Hartz IV: Niedriglohnsektor wird zur Zerreißprobe für die Gesellschaft

… Inzwischen hat der Niedriglohnsektor jedenfalls Dimensionen erreicht, die alle Vorstellungen sprengen. Deutschland, einstmals über alle Grenzen hinaus Vorbild für die Funktionsfähigkeit einer sozialen Marktwirtschaft, verfügt inzwischen über den zweitgrößten Niedriglohnsektor nach den USA. Zudem zählt Deutschland zu den wenigen Ländern in der EU, die keinen Mindestlohn festlegen. Mit folgenschweren Entwicklungen, denn die Sozialkassen stehen vor dem Kollaps und die Altersarmut wird bereits in wenigen Jahren explodieren…

Hier weiterlesen: spreegurke.twoday.net

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Feb 02 2010

Die angewandte Moral ist höchst unmoralisch

Ja eigentlich könnte man sich das alles jetzt sparen, wo die Daten der Straftäter ”Steuersünder” ist da ein bezeichnendes Wort gekauft und hoffentlich benutzt werden. Ich hatte noch nicht die rechte Zeit um die gesamte Heuchelei auseinanderzunehmen und es hat auch schon einer besser gemacht:

Der moralische Staat!
In den Reden derer, die sich nun ereifern, erlebt er seine Renaissance. Es handelt sich dabei übrigens um jenen Staat, der schon im Kleinen, im Kleinlichen dazu ermuntert, ganz moralisch zu denunzieren und hinzuhängen - Schwarzseher und potenzielle Sozialparasiten dürfen zur Meldung gebracht werden, und den oft haltlosen Anschuldigungen wird selbstverständlich aus moralischem Eifer heraus nachgegangen.

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