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Mehr als 160.000 falsche Hartz-IV-Bescheide

Juli 26th, 2010 Posted in ALG II Tags: , , ,
tristes Nürnberg

Blick über die BA Foto: picture4it

Von Bernd Malmberg | Im Jahre 2009 wurde gegen 830 000 Hartz-IV Bescheide Widerspruch eingelegt.

Im vergangenen Jahr haben die Behörden nach Medienangaben in 162.300 Fällen falsche Hartz-IV-Bescheide erlassen. Das räumte die Bundesagentur für Arbeit (BA) in ihrem jüngsten Statistikbericht ein, wie die Zeitung „Bild“ berichtet. Die falschen Bescheide seien auf Fehler in den Grundsicherungsämtern zurückzuführen.

Nach Angaben der BA wurden im Vorjahr insgesamt knapp 25 Millionen Bescheide erteilt. Aus der Jahresstatistik der Behörde geht hervor, dass 2009 in 830.200 Fällen Widerspruch eingelegt wurde. Etwa jeder dritte Widerspruch sei erfolgreich gewesen. dpa/pz

Moment mal: Wenn etwa jeder dritte Widerspruch erfolgreich war, habe ich hier ein kleines Problem. Wieso waren es dann nur 162.300 falsche Bescheide? Ich glaube, ich muss gegen die offizielle Zahl 162.300 auch Widerspruch einlegen. Bitte liebe BA und alle ArGen, nachrechnen!

Aber es geht bei Hartz-IV nicht um korrektes Handeln. Es geht um die Verwaltung von Menschen, die von der Gesellschaft fallengelassen wurden. Es geht um Beamte, von denen nur sehr wenige gerne ihre Arbeit dort verrichten und für die es keine Auszeichnung ist, im Bekannten- und Freundeskreis zu vermelden, dass man jetzt Hartz-IV-Bezieher betreuen muss. Ja, es ist ein MUSS, kein darf.

Es geht auch um befristete Angestellte in den ARGE(n) und Jobcentren, die in ständiger Angst vor einem Auslaufen des Arbeitsvertrages ihre Arbeit machen. Die mit ansehen müssen, wie andere, die die gleiche Arbeit tun, als Beamte beruflich keine Entlassung zu befürchten haben.

Es geht um eine Zweiklassengesellschaft innerhalb und außerhalb der Betreuung von erwerbslosen Menschen.

Vor allem geht es erstmal um das Einsparen von Geldern. Es wird niemand von den Diensthabenden dafür belohnt, dass er durch Qualifikation einen erwerbslosen Menschen vom Leistungsbezieher zum Steuerzahler gemacht hat. Denn Qualifikation bedeutet Investition. Und Investition wird in den ARGE(n) und Jobcentren so gefürchtet, wie der Teufel das Weihwasser fürchtet. Es werden jene Menschen aus ihren Elend der Betreuung von erwerbslosen Menschen befreit, die zunächst, und sei es erst einmal auf dem Papier, Gelder einsparen.

Ob man noch zu den minder privilegierten Beamten und Angestellten gehört, die sich mit jenen abgeben müssen, mit denen man von Standeswegen nichts zu tun hat (und haben will), wenn der Klageweg beendet ist, ist bei der Fluktuation innerhalb der ARGE(n) und Jobcentren sehr fraglich.

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Bürgerarbeit: Zwang zu jeder Arbeit

Juli 10th, 2010 Posted in ALG II, Arbeit Tags: , , , ,

“Nun ist es Gewissheit. Mit der Bürgerarbeit wird der Zwang zur Arbeit für Bezieher von Hartz IV eingeführt. Die Feststellung von Bundesministerin Dr. von der Leyen zur Bürgerarbeit, ‚aktiv zu sein, ist immer besser als zu hause auf ein Jobangebot zu warten’, ist an Zynismus nicht zu überbieten, bedeutet Bürgerarbeit doch, dass jeder Erwerbslose erpresst werden kann, gegen seinen Willen nahezu in Vollzeit in jedweder Tätigkeit, unabhängig von der Qualifikation, für seine bloße Existenz zu schuften”, erklärt Sabine Zimmermann anlässlich der heutigen Pressekonferenz zur Vorstellung des Bundesprogramms Bürgerarbeit durch Bundesarbeitsministerin Dr. Ursula von der Leyen.
Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE weiter:

„Erwerbslose im Hartz IV-System können in Zukunft gezwungen werden, im Rahmen der Bürgerarbeit jeden erhaltenen Euro Sozialleistung abzuarbeiten. Im Regelfall wird der Verdienst aus der Bürgerarbeit das Niveau von Hartz IV nicht überschreiten. Bei Ablehnung der Bürgerarbeit können die Leistungen gekürzt werden, bis zur kompletten Streichung. Ream more »

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Einsparpotential bei Hartz IV = 1,3 Millarden Euro

Juli 7th, 2010 Posted in ALG II Tags: , , ,

Ein Euro-Jobs einsparen, naja hoffentlich vergessen sie dabei nicht die 0 €-Jobs und dann bin ich ja schon mal wieder auf weitere Statistiken gespannt, naja ich weiß da wird sich nicht viel ändern den die 1 €-Jobber waren da eh nicht mit drin!

Vor allen haben die echt alle den vollen Durchblick, nach nunmehr 5 Jahren fällt denen auf, das die 1 € Angelegenheiten reguläre Arbeit vernichten, sind das nicht alles echte Leuchten, naja nur Schnelldenker sind es nicht!

07.07.2010 Die Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen CDU kündigte weitreichende Einsparungen im Hartz-IV Bereich an. So sollen im kommenden Jahr 2011 neben dem geplanten Sparpaket weitere Einsparungen von insgesamt 1,3 Milliarden Euro erfolgen. Unklar ist bislang, wo der Rotsift angesetzt wird. Arbeitsmarktexperten gehen jedoch davon aus, dass vor allem im Bereich der Arbeitsgelegenheiten Ein-Euro-Jobs gespart werden soll. Scharfe Kritik erntete die Bundesarbeitsministerin von der Opposition.

Die Bundesagentur für Arbeit BA geht davon aus, dass zukünftig weniger Arbeitslosengeld II ALG II Beziehern eine sog. Arbeitsgelegenheit angeboten wird. In mehreren Studien wurde immer wieder nachgewiesen, dass sog. Ein-Euro-Jobs nur selten zur regulären Beschäftigung führen. Im Gegenteil durch die Vergabe von Ein-Euro-Jobs werden sogar Arbeitsplätze vernichtet. Die BA verwies darauf, dass die Einsparungen nicht auf Kosten von Qulifizierungsmaßnahmen von Erwerbslosen geschehen darf. So sagte BA-Chef Heinrich Alt gegenüber der Nachrichtenagentur “Reuters”: “Wo nicht gespart werden kann, ist aus meiner Sicht bei der Qualifizierung von Arbeitslosen. Dies kann an der einen oder anderen Stelle zulasten der Ein-Euro-Jobs gehen.”

Weiter hier: http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/13-milliarden-sollen-bei-hartz-iv-gespart-werden-1723.php

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Hartz-IV-Regelsätze: Bundesregierung lässt es offenbar auf Verfassungsbruch ankommen

Zum bekannt gewordenen Etatentwurf der Bundesregierung erklärt Markus Kurth, Sprecher für Sozialpolitik:

Schwarz-Gelb tut sich schwer mit der Einhaltung der Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts. Recht und Gesetz gelten für das glücklose Duo Westerwelle und Merkel nicht. Dabei hat das Bundesverfassungsgericht eindeutig geurteilt, dass die Hartz-IV-Regelsätze intransparent und nicht nachvollziehbar ermittelt worden seien. Deshalb bedürfe es an einer verständlichen Herleitung der Höhe des sozio-kulturellen Existenzminimums. Darum hat sich die Bundesregierung bis heute gedrückt. Stattdessen stellt sie ins Blaue hinein 480 Millionen Euro für die Regelsätze in den Bundesetat ein. Ob die reichen, kann aber die Kenntnis der aktuellen Daten niemand sagen.

Außerdem ging es dem Bundesverfassungsgericht nicht nur um die Regelsätze für Kinder und die fehlende Berücksichtigung der Bildungsausgaben. Dass die Bundesregierung nur hierauf abstellt, zeigt, dass ihr der Blick für das Ganze fehlt.

In einer transparenten und nachvollziehbaren Berechnung hat der Paritätische Wohlfahrtsverband schon vor längerer Zeit notwendige Regelsätze von 420 Euro für Erwachsene und 280 Euro für kleinere und 360 Euro für ältere Kinder ermittelt. Wir haben uns diese Forderung zu Eigen gemacht. Verschiedene Wissenschaftler haben die Plausibilität der Berechnung erst kürzlich bestätigt. Ream more »

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Erwerbslose in Hartz IV. Zwang und Widerstand

Die Proteste gegen Hartz IV haben die Verhinderung der Gesetze nicht erreicht, waren aber keineswegs erfolglos. Seitdem steht das Thema Repression und Erniedrigung von Erwerblosen vermehrt auf der Tagesordnung. Der Schwerpunkt des Buches liegt auf dem fortdauernden Widerstand der Betroffenen. Die Palette reicht von den vermehrten Klagen vor den Sozialgerichten bis zu Widerstandsformen wie der Aktion »Zahltag«, der solidarischen Begleitung von Erwerbslosen.

Der Band wendet sich an Leser_innen, die angesichts der Bedrohung durch Hartz IV nach einer Orientierung suchen. Vermittelt wird ein erster guter Überblick über das Thema.

Leseprobe
Widerstand gegen Hartz IV: Von den Montagsdemonstrationen zum Agenturschluss.
Leseauszug aus „Zahltag“

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Arbeitslosigkeit unter NULL: Unterbeschäftigung 8,6 Millionen.

Ein Kommentar von Norbert Hermann | (01.07.2010) Die allmonatlichen Abzählreime der Arbeitsagentur: und wieder sind die Arbeitslosenzahlen gesunken. Wenn das so weitergeht, werden sie irgendwann unter Null weitergeführt werden müssen. Und auch das wäre nur ein Anzeichen dafür, dass immer mehr Menschen einen Zweitjob brauchen, weil der erste nicht reicht.

Wie dieser Zauber der „Neuen Zählweise“ immer wieder gelingt, beschreibt die Bundesagentur selbst: so unterscheidet sie zwischen registrierten Arbeitslosen, registrierten Stellensuchenden, registrierten nichtarbeitslosen Stellensuchende, übrigen nichtarbeitslosen Stellensuchende … (2). Hinzu kommen noch jene 1,2 Millionen, die es für unsinnig halten, sich überhaupt ins Arbeitslosigkeitssystem zu melden. (1)

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So partizipiert Hartz-IV-Staat am Hartz-IV-Bürger

Die Hartz IV Gesetze bestimmen ausdrücklich, dass den Beziehern von Hartz IV-Leistungen weiterhin die Teilnahme am ganz allgemeinen Leben (auch Freizeit, Kultur, Bildung etc. mittels allgemein verfuegbrer Einrichtungen, Medien u.a.) zu bieten/gewährleisten ist. Wie es jedoch wirklich aussieht und wie kriminell abgezockt und ausgenutzt die Ärmsten der Armen werden (denn genau das bist du als Hartz-IVer) zeigt in einen nur kleinen Ausschnitt dieser Videobeitrag. Quelle Siehe hierzu auch der Beitrag Wohlfahrtsverbände

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Zu wenig Kinderärzte in Problemvierteln

Juni 26th, 2010 Posted in ALG II Tags: , , , , , ,
Vorsorgeuntersuchung

Vorsorgeuntersuchung Foto:Jens-Olaf

In manchen Großstädten wird die Versorgung von Kindern und Jugendlichen knapp. Wegen “anhaltender Unterfinanzierung” könnten Mediziner ihre Praxen in Problemvierteln nicht mehr finanzieren, kritisiert der Berufsverband der Fachärzte – und fürchtet einen Anstieg der Kinderarmut.

Die Bundespolitik müsse entschieden gegen Kinderarmut vorgehen. “Wir Kinder- und Jugendärzte beobachten mit Sorge, dass in Deutschland Kinder nicht ausreichend zu essen haben und Hunger leiden müssen”, erklärte der Verband.
Die Hartz-Regelsätze für Kinder seien zu niedrig. Die 1,6 Millionen Jungen und Mädchen bundesweit, die von Hartz-IV-Leistungen leben, sind den Ärzten zufolge erheblich benachteiligt. Das geplante Milliarden-Sparpaket verschärfe die Lage für die Jungen und Mädchen aus armen Familien weiter.

Quelle: SPIEGEL

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Arbeitslos in den Ferien: Lehrer fordern “Schluß mit Heuern und Feuern”

Juni 23rd, 2010 Posted in Nachrichten, Soziales Tags: , , , ,
Noch Fragen?

Noch Fragen? ©bettybraun

In der Frankfurter Rundschau erschien jetzt ein Artikel über den (nicht-)Einsatz von Lehrkräften in der unterrichtsfreien Zeit. Und das Tolle an dieser “Heuern und Feuern” Taktik ist ja, dass die Lehrer niemals ihre Beschäftigungszeiten voll bekommen, um Arbeitslosengeld beantragen zu können. Nein, es folgt sofort der Fall auf Hartz4. Denn für Arbeitslosengeld muss man eine Mindestdauer an Beschäftigung vorweisen können, die man bei den ständigen Unterbrechungen von Sommer- und Weihnachtsferien natürlich niemals erreicht.

Aber hey: Das spart dem Staat viel Geld, um die wirklich wichtigen Sachen gegenfinanzieren zu können. Hotelsteuersenkungen zum Beispiel

Und niemals, hört ihr, NIEMALS würden die Politiker darauf kommen, sich selber während der Sommerpause auf Hartz4 zu setzen. Sowas kann man nur beim Pöbel machen. Und das Tollste: Der wählt trotzdem begeistert wieder CDU/CSU/SPD/FDP/GRÜNE, die die Hartz4-Gesetze eingeführt haben.

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Jubiläum beim Beriner Sozialgericht

Juni 18th, 2010 Posted in ALG II, Nachrichten, Politik Tags: , , , , , ,

Beim Berliner Sozialgericht ist die 100.000ste Hartz IV Klage eingegangen.

Da sieht man mal, was für ein großer Erfolg diese ganzen Reformen sind, die uns die Neocons aufgeschwatzt haben. Eine großartiger als die nächste

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