
Foto: Dierk Schaefer
Die einzig wahrhafte Sparleistung sei es, so liest man dieser Tage hie und da, wenn man dafür Sorge trüge, dass sich Arbeit wieder stärker lohne. Wie genau das aussehen soll, bleiben die Freunde leistungsträgerischer Sparfreuden allerdings gewöhnlich schuldig; sie bieten nur selten konkrete, greifbare Lösungswege an. Und wenn es doch mal über das Rezitieren von Schlagworten hinausgeht, dann sind es die üblichen Ansätze, die sie anbieten - und diese offerieren sie zu allem Überdruss auch wieder als Slogans: mehr Netto vom Brutto! oder Lohnabstandgebot wahren!
Arbeit lohne sich dann wieder, wenn man weniger ans Finanzamt überweist, oder aber, wenn man die Sozialleistungen kürzt - im letzteren Falle mag der Niedriglohn von prekär Beschäftigten dann auch nicht ausreichen, aber dann lohnt es sich dennoch zu arbeiten, denn dann hungert man nachhaltiger, kann seinen Hunger über längere Zeit verteilen, während der Transferbezieher schneller an seine asketischen Grenzen stößt. Das ist die Logik von Perverslingen, von liederlichen Menschen, die ein geringschätziges Menschenbild haben - Peitsche als Anreiz, Peitsche als Sparempfehlung. Mit vehementer Nötigung, mit kurzer Leine, so glauben sie, könne man Menschen zur Arbeit treiben - ob nun durch steuergesenktes Ausbluten von Sozialleistungen oder durch die direkte Kürzung der Transferleistungen: Arbeit schafft sich für solche Wächter des sparenden, spärlichen Staates nur mit finanziellem Halseisen.
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