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Mit 9,3 Milliarden Euro subventioniert der Staat Niedriglöhne

Juli 18th, 2010 Posted in Arbeit, Soziales Tags: , , ,

Firmen zahlen so schlechte Löhne, dass der Staat sie aufstocken muss. Das ist für den Wissenschaftler Gerhard Bosch der wirkliche Missbrauch bei Hartz IV. Wir sprachen mit dem Professor und Direktor des Instituts Arbeit und Qualifikation an der Universität Duisburg-Essen…

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ad-sinistram: Schuld und Schulden

1-Euro-Job

Foto: Dierk Schaefer

Die einzig wahrhafte Sparleistung sei es, so liest man dieser Tage hie und da, wenn man dafür Sorge trüge, dass sich Arbeit wieder stärker lohne. Wie genau das aussehen soll, bleiben die Freunde leistungsträgerischer Sparfreuden allerdings gewöhnlich schuldig; sie bieten nur selten konkrete, greifbare Lösungswege an. Und wenn es doch mal über das Rezitieren von Schlagworten hinausgeht, dann sind es die üblichen Ansätze, die sie anbieten - und diese offerieren sie zu allem Überdruss auch wieder als Slogans: mehr Netto vom Brutto! oder Lohnabstandgebot wahren!

Arbeit lohne sich dann wieder, wenn man weniger ans Finanzamt überweist, oder aber, wenn man die Sozialleistungen kürzt - im letzteren Falle mag der Niedriglohn von prekär Beschäftigten dann auch nicht ausreichen, aber dann lohnt es sich dennoch zu arbeiten, denn dann hungert man nachhaltiger, kann seinen Hunger über längere Zeit verteilen, während der Transferbezieher schneller an seine asketischen Grenzen stößt. Das ist die Logik von Perverslingen, von liederlichen Menschen, die ein geringschätziges Menschenbild haben - Peitsche als Anreiz, Peitsche als Sparempfehlung. Mit vehementer Nötigung, mit kurzer Leine, so glauben sie, könne man Menschen zur Arbeit treiben - ob nun durch steuergesenktes Ausbluten von Sozialleistungen oder durch die direkte Kürzung der Transferleistungen: Arbeit schafft sich für solche Wächter des sparenden, spärlichen Staates nur mit finanziellem Halseisen.

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Peter Bofinger über prekäre Arbeit

Peter Bofinger, einer der fünf deutschen „Wirtschaftsweisen“, spricht im Interview mit der Katholischen ArbeitsnehmerInnenbewegung (KAB) über prekäre Arbeit, seine Forderung nach Beseitigung der 400-Euro Jobs und die Problematik der Niedriglohnarbeit.

Quelle: Ssantaprecaria

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Roland Koch CDU verlangt Einsparungen bei Bildung und Kinderbetreuung

Mai 12th, 2010 Posted in Arbeit, Politik, Soziales Tags: , , , , , ,
Freibier Erbacher Wiesenmarkt 2006

Foto: partykamera

Die Wahl in NRW ist durch, der Wahlpöbel kann bis März 2012 nicht mehr eingreifen - also kommen nun die “Sparpläne” auf den Tisch. Und wo bitteschön kann man besser sparen, als bei Bildung und Kindern? Schliesslich gilt es auch, die Milliardengeschenke an Hotels und Millionenerben gegenfinanzieren zu können

Natürlich ist das noch nicht alles: “Winfried Fuest hält das Niveau der Pensionen im öffentlichen Dienst für überhöht”, so der Wirtschaftslobbyist. Ist ja auch klar, denn schliesslich waren es die pensionierten Polizisten und Gemeindearbeiter, die diese Finanzkatastrophe und Milliardenverluste verursacht haben. Deshalb ist es nur richtig, dass sie dafür nun bluten dürfen

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Zeitarbeit ist Schleudersitz in die Arbeitslosigkeit - Bündnis90/Grüne

Zu den aktuellen Berichten über eine DGB-Studie, nach der es ein deutlich höheres Entlassungsrisiko für Zeitarbeitskräfte gibt, erklärt Beate Müller-Gemmeke, Sprecherin für Arbeitnehmerrechte: Die DGB-Studie zeigt, wovor die Regierungsparteien konsequent die Augen verschließen: Innerhalb eines Jahres haben ca. 430.000 Zeitarbeitskräfte ihren Job verloren.

Das sind fast drei Viertel aller Beschäftigten der Zeitarbeitsbranche. Zudem bewegt sich ein Großteil der gezahlten Löhne unterhalb der Niedriglohnschwelle, jede siebte bis achte Vollzeitkraft muss ihr Gehalt mit ALG II aufstocken.

Quelle: umweltenergie.blogspot.com

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Mit 9,3 Milliarden Euro subventioniert der Staat Niedriglöhne

IG Metall - Interview mit Gerhard Bosch über den wirklichen Missbrauch von Hartz IV

Mit 9,3 Milliarden Euro subventioniert der Staat Niedriglöhne

Firmen zahlen so schlechte Löhne, dass der Staat sie aufstocken muss. Das ist für den Wissenschaftler Gerhard Bosch der wirkliche Missbrauch bei Hartz IV. Wir sprachen mit dem Professor und Direktor des Instituts Arbeit und Qualifikation an der Universität Duisburg-Essen…

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Am deutschen Wesen kann Europa nicht genesen

Tempelhofin kotkaDie Kritik an Deutschland wird lauter – Lohndumping und Leistungsbilanzüberschüsse der Deutschen stehen einer gesunden Eurozone im Weg

“It takes two to tango” – mit diesen Worten brach gestern die französische Finanzministerin Christine Lagarde ein Tabu. Die deutsche Exportfixierung, mit der Lohndumping, eine geringe Binnennachfrage und neoliberale Reformen einhergehen, stellt für die Stabilität Europas ein unüberwindbares Hindernis dar. Ungewöhnlich offen kritisierte Lagarde die nun zehnjährige Periode der deutschen Niedriglohnpolitik, die der deutschen Exportbranche Vorteile auf Kosten der Nachbarländer beschert hat. Daher fordert die französische Finanzministerin Deutschland auf, endlich auf eine nachhaltige Politik zu setzen, die Wettbewerbsvorteile abzubauen und damit die Eurozone vor einem Auseinanderbrechen zu bewahren.

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Der DGB stützt Kritik Frankreichs an Deutschland

1. Mai 2009: DGB-Kundgebung in HildenDer Deutsche Gewerkschaftsbund ( DGB) teilt die Kritik der französischen Regierung an der deutschen Exportstärke: Frankreich und andere Staaten werfen der Bundesregierung vor, auf Kosten anderer Länder zu wachsen – begünstigt durch niedrige Löhne. Nun fordert der DGB ein Ende des Niedriglohn-Sektors. Dies könne gelingen mit der Einführung von Mindestlöhnen, der Eindämmung von Mini- und Ein-Euro-Jobs sowie dem Prinzip „Gleicher Lohn auch für Leiharbeit“.

Quelle: www.welt.de

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Der soziale Arbeitsmarkt?

Die originellste Umschreibung für die grandiose Idee von Frau Kraft: “Langzeitarbeitslose, die keine Chance mehr auf eine reguläre Arbeit haben, sollen gemeinnützige Tätigkeiten annehmen dürfen”, hat Andrea Nahles geliefert.

Bei ihr heißt es jetzt forsch: “Es geht darum, dass der soziale Arbeitsmarkt weiter ausgebaut wird.”

DER SOZIALE ARBEITSMARKT?

Hofft da vielleicht jemand darauf, dass die Arbeitslosenstatistik sich ins Positive dreht, weil sich die Arbeitslosen totlachen, wenn sie das hören?

Offenbar ist die Idee vom “Sozialen Arbeitsmarkt” die zwangsläufige Folge der überflüssigen und unsinnigen Unterteilung des Arbeitsmarktes in einen ersten und einen zweiten, nachdem der zweite Arbeitsmarkt, also der mit Fordern und Fordern, Ein-Euro-Jobs und Maßnahmen aller Art, außer einer Vernebelung des wahren Ausmaßes der Arbeitslosigkeit auch nichts gebracht hat.

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Unternehmen lassen sich Löhne über die Hartz IV Gesetze subventionieren

Zitat: Die wahren Hartzer sind doch die Unternehmen, die in der betriebswirtschaftlichen Hängematte liegen, indem sie sich Löhne über die Hartz IV Gesetze subventionieren lassen, ohne überhaupt vom Staat aufgefordert zu sein, durch Businesspläne ihren Subventionsbedarf auf Zeit zu begründen.

Tja, das sind eben die Auswirkungen der Hartz-Gesetze. Da werden die Leute mit der finanziellen Keule in die Niedriglohnjobs geprügelt, auch wenn der Arbeitgeber sich die Löhne vom Staat bezahlen lässt. Hauptsache die Leute verschwinden aus der Arbeitslosenstatistik. Mit Angebot und Nachfrage, oder überhaupt einer sozialen Marktwirtschaft hat das alles schon seit Jahren nichts mehr zutun.

Weiterlesen & Quelle: Freitag.de

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