Es gibt Tausende, die im Prinzip gegen Krieg und Sklaverei sind und die doch praktisch nichts unternehmen, um sie zu beseitigen …
Sie zögern, bedauern, und manchmal unterschreiben sie auch Bittschriften, aber sie tun nichts ernsthaft und wirkungsvoll. Sie warten – wohlsituiert –, dass andere den Missstand abstellen, damit sie nicht mehr daran Anstoß nehmen müssen.
Höchstens geben sie ihre Stimme zur Wahl, das kostet nicht viel, und der Gerechtigkeit geben sie ein schwaches Kopfnicken mit auf den Weg, während sie an ihnen vorübergeht.
– Henry David Thoreau („Über die Pflicht zum Umgehorsam gegen den Staat“)
Zufällig, mein lieber Bruder Barnabas, nur zufällig, bin ich letztens bei Ihrer, bei Deiner – schließlich bist Du mir Bruder – Predigt haften geblieben. Und hätte die Fernbedienung nicht geklemmt, ich hätte Dich übergangen.
Diese Horde lachender, sich Köstlich, köstlich! zuprostender Oberbonzen, die sich auch noch ein anerkennendes Ehrenzeichen dafür anstecken lassen wollen, weil sie über sich selbst, über ihre Dummheiten und Schweinereien, kichern und gackern, bis dass die hochroten Rüben zu zerreißen drohen; dazu als Krone der Unerträglichkeit, alberne, nicht selten arschkriechende Narreteien, Kreide fressende Schabernacke, sich anbiedernde Witzeleien, die zum Fremdschämen anspornen – diese Mixtur aus Dekadenz und nicht verwendeter, nicht ausgebeuteter Narrenfreiheit, dieses Konglomerat aus kraftmeierischer Aufschneiderei und feiger Spiegelvorhalterei – all das halte ich üblicherweise keine Minute aus, ohne mir resigniert an die Migräne fassen zu müssen.
Die Bruttoverdienste sinken. Das war doch das Ziel der FDP, daß es weniger brutto gibt? Davon dann weniger netto, was insgesamt mehr ergibt.
Das ist nicht wirklich witzig, der Spaß hört aber ganz auf, wenn man bedenkt, woran das liegt. Die Kurzarbeit, die zum Teil nur aufgeschobene Arbeitslosigkeit ist, verdankt sich dem zwischen-Crash deregulierter Märkte, wie die FDP sie seit Jahrzehnten proklamiert.
Und selbst ohne die zweifelhafte “Kreditklemme” sähe es nicht gut aus um Produktion und Dienstleistungen. Nach wie vor wird nicht investiert, weil an den Börsen schon wieder und immer noch schnelleres Geld verdient wird. Ohne die entsprechende Basis realer Geschäfte bedeutet dies, daß weitere Blasen gebildet werden, deren baldiges Platzen die Krise verschärfen werden.
Die Diktatur der Optimisten - Teurer Mythos positives Denken
VON CHRISTIAN SCHÜLE
“Du schaffst es!”, “Gib niemals auf!”, “Sorge dich nicht - lebe!” Die Entertainer der Erfolgsgesellschaft locken Verzagte, Berufsmüde und Karrieresüchtige zu Tausenden auf ihre Motivationskongresse. Begegnungen mit den Predigern der Erschöpfungslehre.
Und dann sagt er ihnen, sie seien in den Hühnerstall hineingeboren. Zu Hühnern habe man sie erzogen. Und er sagt ihnen, sie seien Adler, und sie schweigen und lauschen. Und der Hühnerstall, das sagt er ihnen nicht, ist die Gesellschaft, und Hühner sind schwach. Und die allermeisten Menschen seien Hühner, und du, sagt er ihnen, du schaffst alles, wenn du nur willst, DU, sagt er, DU kannst Adler werden! Und 1.100 Adler jubeln. Der Redner heißt Jürgen Höller. Es ist Samstagnachmittag.
Viel wird ja in der Verlagsbranche darüber gejammert, dass es Zeitungen und Zeitschriften heutzutage so schlecht geht. Ehrlich gesagt finde ich es auch nicht weiter schlimm, wenn das 1000. reklameverseuchte Lifestyle- oder „People“-Magazin den Bach runter geht – diese Art von vermeintlicher Vielfalt im Medienbereich braucht keiner, da diese Hefte eh nur dazu dienen, Werbung an den Mann bzw. die Frau zu bringen und den Konsum anzuheizen.
Umso erfreulicher ist es, wenn sich dieser Tage eine neue Zeitschrift auf dem Markt präsentiert, die eine komplett andere Ausrichtung aufweist: „Oya – anders denken. anders leben“, das sich als neue „kulturkreative Zeitschrift“ versteht. Die Absichten der Köpfe hinter Oya klingen sehr vielversprechend:
Wir blicken früh am Morgen auf die Sonne, die uns nährt, uns Leben spendet und uns in warmes Licht hüllt. Die Schöpfung, deren Teil wir sind, ist mit nichts zu vergleichen und edler als alles, was es je gegeben hat und je geben wird. Trotzdem habe ich oft das Gefühl, dass wir uns wegen der zahlreichen Wünsche unseres Egos von dieser Schöpfung trennen lassen. Wir lassen uns weg von der Quelle der Schöpfung - der Natur - bringen und werden von immer neuen Wünschen durch das leben getrieben. Anstatt zu leben lassen wir uns leben!
Im Grunde wissen wir doch alle worauf es in einem Staat ankommt. Es geht darum, dass dieser nicht das Volk kontrolliert und gegen dessen erklärten und ausdrücklichen Willen handelt, sondern dass dieser Staat das tut, wozu er vom Volk durch dessen Arbeit jeden Tag auf´s Neue finanziert wird.
Das ist aber nicht mehr der Fall. Dieser Staat hat gegen unseren Willen und gegen die Verfassung unserer Republik seit über acht Jahren einen Krieg in Asien geführt und ihn jetzt sogar offiziell erklärt. Gleichzeitig wird, wie in jedem anderen Krieg der Menschheit zuvor, durch die kriegführende Obrigkeit versucht die Bevölkerung gegeneinander zu hetzen, damit sie den jeweils Nächstschwächeren auf die Kehle tritt.
Videoausschnitt vom Trigema-Chef Wolfgang Grupp bei Maischberger
Der Mann hat Eier. Leider aber wohl eher CDU-Wähler - und anhand seiner Aussagen ist das alles andere als nachvollziehbar. Der Heini gegenüber, der ganz blass und stumm im Sofa zusammensackt, ist übrigens von der FDP.
Von Roberto J. De Lapuente | ad sinistram | – Dieses gesamte Agitatorenpack, das sich anhaltend Opfer bei den Schwächsten sucht, zwischen Ausländern und Erwerbslosen hin und her pendelt, um seine Verächtlichkeit, sein schwefeliges Gift abzusondern – diese rundum charakterlose Brut, die gegenwärtig Hochkonjunktur erleben darf, die gedeiht und floriert,…
die den Hass, welcher üblicherweise zwischen Herrengedecken wohnhaft ist, an die Öffentlichkeit zerrt – all dieses Geschmeiß aus Leuteschindern und Herrenmenschen, aus egoistischen Kauzen und selbstsüchtigen Sonderlingen, welches mit Leidenschaft Missgunst und Groll veredelt – dieses Gesindel, so hört man heute wieder, in jeder noch so demokratisch oder humanistisch eingefärbten Ecke, sei zwar scheußlich und ekelhaft, aber wenn man ehrlich sei, so ehrlich wie diese Agitpropisten letztlich selbst seien, dann müßte man schon zustimmend nicken und anstandslos anerkennen, dass sie, zwar mit unangebrachtem Maulheldentum und saftiger Grobschlächtigkeit, dennoch den Weg der Erkenntnis gingen, die Wahrheit tröpfchenweise ins öffentliche Bewußtsein träufeln.
Kabarettist Michael Lerchenberg hat den Politikern folgendes an den Kopf geschmissen:
“FDP-Chef Guido Westerwelle will nun alle Hartz-IV-Empfänger bei Wasser und Brot in einem Lager in den leeren, verblühten Landschaften zwischen Usedom und dem Riesengebirge sammeln. Drumrum ein Stacheldraht - haben wir schon mal gehabt. Zweimal am Tag gibt es a Wassersuppn und einen Kanten Brot. Statt Heizkostenzuschuss gibt es zwei Pullover von Sarrazins Winterhilfswerk, und überm Eingang, bewacht von jungliberalen Ichlingen im Gelbhemd, steht in eisernen Lettern: >>Leistung muss sich wieder lohnen.<<”
Das Nürnberger Bündnis ruft für den 6. März zu einer überregionalen Demonstration auf. In ihrem Aufruf betonen die Organisatoren, dass die Krise nicht vorbei und »mittlerweile im Alltag angekommen« sei. Die Zahl der Armen wachse.
Mit Menschenhandel wird nach Angaben von Experten inzwischen mehr Umsatz gemacht als beim Geschäft mit Drogen. Fast immer ist mit den illegalen Machenschaften auch die Versklavung der Betroffenen verbunden. Welche dramatischen Ausmaße diese Ausbeutung im 21. Jahrhundert angenommen hat, schildern jetzt gleich mehrere Autoren.
Von Benjamin Borgerding | Greenpeace Blog | – Kein Bauer braucht die Amflora und kein Mensch will sie: Trotzdem hat der EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz John Dalli die Gebete der BASF erhört und die Gen-Kartoffel zum europaweiten Anbau freigegeben. Die neue EU-Kommission schwenkt damit kurz nach Aufnahme ihrer Amtsgeschäfte unmissverständlich in einen Pro-Gentechnik-Kurs ein. Ganze 13 Jahre hatte sich die BASF zuvor vergeblich abgestrampelt, eine Zulassung durchzusetzen.
An den Genen der Kartoffel wurde so herumgeschraubt, dass sie sich besser zur industriellen Stärkegewinnung eignet. Statt zwei Kartoffelstärken produziert die Amflora nur noch eine: Amylopektin, das unter anderem in der Papier- und Textilstoffindustrie sowie bei der Kleb- und Baustoffherstellung benötigt wird. Als Tierfutter zugelassen wurde zudem der bei der Stärkegewinnung anfallende Rest, die sogenannte Kartoffellpulpe. Ob – wie vom Landwirtschaftsministerium heute erklärt wurde – eine Verwendung als Lebens- und Futtermittel nicht stattfinden wird, weil die BASF erklärt habe „darauf freiwillig verzichten zu wollen“, bleibt abzuwarten. Wie die BASF mitteilte, wird die Amflora zumindest 2010 in Deutschland wohl nur in der Region Bütow (Müritzkreis) angebaut.
Der Begriff Diät kommt von (griech.) d?aita und wurde ursprünglich im Sinne von „Lebensführung“/„Lebensweise“ verwendet.
Die Lebensführung unserer Abgeordneter ist nun mit dem umgangssprachlichen Begriff Diät, bei dem man unwillkürlich an Verzicht, an Askese und Bescheidenheit denkt, nicht in Einklang zu bringen, wie etwas bei Frank Steffel, CDU
Zwei Menschen können wohl den selben Gedanken denken, aber nicht dasselbe Stück Brot essen.
Dieses Zitat von Thomas Hobbes (aus: Leviathan – mit dem er den „Kampf aller gegen alle“ begründet, siehe auch das Bild rechts) wird einem immer wieder entgegen gehalten, wenn man von dem Modell der Freien Software als „Keimform“ einer nach kapitalistischen, nicht geldlogischen Gesellschaft spricht.
Der kategoriale Unterschied zwischen virtuellen Gütern und körperlichen, sinnlich erfahrbaren wird zum Dauer-Gegenargument: Was in der Welt der Bits und Bytes möglich sei, verschließe sich in Welt der handfesten Güter von selbst und dauerhaft!
Leider leisten Systematiken im Stil einer „Warenkunde“ – wie die von Ernst Lohoff und Stefan Meretz – diesem eh schon allzu felsenfesten Glauben Vorschub: Die Einteilung von Gütern/Waren z.B. in „rivale“ und „nichtrivale“ (entsprechend der Unterscheidung, ob ihr Konsum jemand anderem etwas wegnimmt oder nicht – siehe obiges Zitat) legt geradezu eine ontologische Sichtweise nahe:
Nicht lädiert genug für eine Erwerbsminderungsrente, aber auch nicht gesund genug, um auf dem Arbeitsmarkt noch eine realistische Chance zu haben.
Die Hürden für eine Erwerbsminderungsrente sind in Deutschland sehr hoch. Viele Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen müssen darum von Arbeitslosengeld II leben oder vorzeitig in die Altersrente wechseln.
Nicht lädiert genug für eine Erwerbsminderungsrente, aber auch nicht gesund genug, um auf dem Arbeitsmarkt noch eine realistische Chance zu haben – in dieser Lage befinden sich Tausende von Menschen in Deutschland. Pro Jahr werden etwa 160.000 erfolglose Anträge auf eine Erwerbsminderungsrente gestellt, berichtet der neue Altersübergangs-Report. Nur etwa jeder zweite Antrag wird bewilligt.
“Weil Frauen cooler sind. [...]
Weil Frauen niemals aufgeben. [...]
Liebe Männer, probiert doch mal wieder, so gut zu werden wie wir …
Nicht nur bei Olympia!”
Zum Gesagten sei angemerkt: Die gute Frau - die aufrechte, unbescholtene Frau! Charakterfest, erfolgreich, stark, tüchtig - einfach gut. Sie ist die Rivalin des Mannes, dieses verschlagenen, arglistigen, wankelmütigen Geschlechtsfeindes, der letztlich stets nur seinen zu leerenden Hoden in Gedanken nachhängt, während er derart flausenverloren an seinem Penis nestelt. Der Mann, der noch lange nicht so gut ist, wie das Objekt seiner arterhaltenden Begierde - nicht nur im Sport! Nicht nur bei Olympia! Nein, immer und überall, permanent und ohne Unterlaß. Ach, würde er nur so gut, wie es die Frauen schon lange sind, schon immer waren - ach, würde er auch im profanen Alltag ein Musterexemplar von Mensch!
Empathie, die Fähigkeit des Mitfühlens, das Ergebnis unserer Spiegelneurone, wie man sie wissenschaftlich bezeichnet. Ohne Empathie kann man keine Tätigkeiten lernen (z. B. Choreografien, Handwerkstechniken) und kein Verhalten erlernen. Leider werden diese Möglichkeiten, die in den Menschen liegen vermehrt genutzt, um zu Konsum- und Wettbewerbsverhalten anzuregen.
Verhandlungen werden gemäß den modernen Kommunikationprogrammen auch mit den Fähigkeiten des Mitfühlens, des “Sicheinfühlens”, geführt. Wenn die Empathie mehr Raum einnimmt, wird es weniger Geschäfte zu Lasten Dritter geben? Die Ignoranz der neoliberalen Wirtschaft hätte eine gesellschaftlich geforderte Grenze gefunden. Die internationalen Völker hätten einen gemeinsamen überreligösen moralischen Nenner, der eine neue Grundlage für alle Verhandlungen bildet – wenn man es denn von den heute Mächtigen fordert.
Sollte es eine darauf basierende “moderne” Schrift wie Bibel und Koran ohne die Propheten geben? Empathie könnte die Vorstellung vom alles verbindenden “Heiligen Geist” und dem Qi (Chi) fassbarer werden lassen.
Hört man oft, oder? Vater erschießt Familie. Und immer ist es das gleiche Lied: “Eine schreckliche Familientragödie!”.
Gerade jetzt wieder:
Vater erschießt seine Familie und sich
Im nordbadischen Sinsheim hat ein 48-jähriger Mann seine Familie ausgelöscht. Er erschoss seine Frau, den gemeinsamen Sohn, den Hund und schließlich sich selbst. Die Polizei fand einen Abschiedsbrief.
Motiv: immer “unklar”, eben eine übliche “schreckliche Familientragödie”.
“Alles deutet auf eine schreckliche Familientragödie hin”, sagte ein Polizeisprecher. Demnach erschoss der 48-jährige Familienvater seine ein Jahr jüngere Frau, den 23-jährigen Sohn und den Hund. Bevor der Mann sich selbst umbrachte, alarmierte er die Polizei.
Mehr erfährt man selten in diesen Zeiten über jene “Tragödien”. “Tragödien” haben den Vorteil, das sie einfach so passieren und das ihre wahren Ursachen … aller Wahrscheinlichkeit nach … irgendwie in der Familie liegen.
Das war es dann. Andere Faktoren spielen keine Rolle. Es wäre auch … nicht gerade zeitgemäß, über sie zu berichten.
Derjenige, der sich mit Moral, mit Ethik, mit Sittlichkeit befasst: er weiß von dieser eigenen Schwäche, den persönlichen Ansprüchen nicht ausreichend gerecht zu werden. Er ist darüber in Kenntnis gesetzt, selbst verfehlen zu können, eben deshalb, weil er Mensch ist, weil ihm deswegen nichts Menschliches fremd sein kann - um es mit der berühmten Sentenz des jüngeren Seneca zu sagen. Kein noch so ausgefeilter ethischer Kanon, kein moralisches Lehrbuch, kein sittlicher Ratgeber können den Fehltritt vereiteln - selbst derjenige, der täglich das moralische Flickzeug anwendet, Ethik philosophiert, von Kanzeln predigt, selbst wer also ausgewiesene Kapazität in Fragen der Moralität ist, ist vor Missetat und Fehler nicht gefeit. Der Schritt zum Fehltritt, er ist für jedermann ein ausgesprochen kleiner.